Gesundheitsbericht des RKI Fast ein Viertel der Deutschen ist fettleibig

Alarmierende Nachrichten aus dem Robert-Koch-Institut: Mehr als 23 Prozent der Deutschen sind mittlerweise fettleibig. Zugleich ist auch die Zahl der Zuckerkranken gestiegen. Ausreichend körperlich aktiv ist dagegen nicht einmal jeder vierte Deutsche.

Mehr Fettleibigkeit, mehr Diabetes und nicht genügend Sport - in puncto Gesundheit ist den Deutschen im Vergleich zu 1998 noch keine Trendwende gelungen. Diese ersten Ergebnisse aus dem zweiten bundesweiten Studie zur Gesundheit Erwachsener (DEGS) hat das Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt präsentiert.

Die Fettleibigkeit in Deutschland hat in den vergangenen Jahren zugenommen.

(Foto: dpa)

Alarmierend ist vor allem die zunehmende Fettleibigkeit (Adipositas) der Deutschen. Knapp ein Viertel der Männer und Frauen haben einen Bodymass-Index (BMI) von mehr als 30. Ihr Anteil ist vor allem unter Männern gestiegen: Waren 1998 nur 19 Prozent fettleibig, liegt ihr Anteil nun bei mehr als 23 Prozent. Bei Frauen nahm er leicht zu: von 22,5 auf knapp 24 Prozent.

"Das ist kein Schönheitsaspekt mehr. Da geht es um mögliche Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme", warnt Bärbel-Maria Kurth, im RKI Leiterin der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung. Sie nannte es "besorgniserregend", dass die Fettleibigkeit vor allen unter jungen Erwachsenen zugenommen habe.

Insgesamt bringen in Deutschland zwei Drittel der Männer und mehr als die Hälfte aller Frauen mit einem BMI von über 25 zu viele Kilos auf die Waage.

Der Anteil der Zuckerkranken stieg um zwei Prozentpunkte auf insgesamt mehr als sieben Prozent.

Sowohl Übergewicht als auch Diabetes können durch Bewegung bekämpft oder verhindert werden. Doch nur etwa jeder zweite Deutsche ist regelmäßig körperlich aktiv. Dies entspricht zwar einem deutlichen Anstieg um rund 15 Prozentpunkte. Allerdings trieb längst nicht jeder so viel Sport, dass ein gesundheitlicher Effekt zu erwarten wäre: Nur ein Viertel der Männer und 15,5 Prozent der Frauen erreichen die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Mindestzeit von 2,5 Stunden Bewegung pro Woche.

Zugleich wurden für den Gesundheitssurvey Daten zur psychischen Gesundheit erhoben. Denmach berichteten acht Prozent der Befragten von aktuellen Symptomen einer Depression. 1,5 Prozent gaben an, dass ein Arzt oder Psychotherapeut bei ihnen in den letzten zwölf Monaten ein Burn-out-Syndrom festgestellt hat.

Für die Studie wurden von 2008 bis 2011 Gesundheitsdaten von 8152 Erwachsenen erfasst.