Der Psychiater Peter Falkai über Promis, die von ihren Depressionen sprechen, Risikofaktoren für eine psychische Erkrankung und die Frage, warum der tägliche Gang zum Kiosk heilsam sein kann.
MeinungPsychotherapie
:Der Staat hat in der Therapiesitzung nicht mitzuhören
Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst sollen mehr Befugnisse bekommen, um die innere Sicherheit zu erhöhen. Doch die Pläne setzen das Vertrauen in Ärzte und Psychotherapeuten aufs Spiel – und könnten deshalb nach hinten losgehen.
Psychologie
:Mein Freund, der Geiselnehmer?
Das Stockholm-Syndrom gilt als Klassiker der Psychologie. Eine neue Überblicksarbeit zeigt abermals: Empirisch ist es kaum zu halten. Wie der Begriff trotzdem Karriere machte.
Suizid
:„Schweigen tötet“
Mehr als 10.000 Menschen nehmen sich jedes Jahr in Deutschland das Leben. Beim Symposium des kbo-Klinikums in Taufkirchen erklärten Experten, warum es wichtig ist, Warnsignale ernst zu nehmen und Betroffene direkt anzusprechen.
Geschichte
:„Es ist ein Unterschied, ob ein Virus Menschen bedroht oder ob Menschen andere Menschen quälen“
Auch Gesellschaften können Traumata erleiden, die über Generationen hinweg wirken. Wie kann man sie heilen, und warum erschüttern Kriege anders als Naturkatastrophen? Fragen an den Psychotraumatologen Andreas Maercker.
USA
:Eine Tragödie und kein Urteil
Das Verfahren gegen Lindsay Clancy, die ihre drei Kinder getötet hat, wird nach sieben Wochen abgebrochen. Ein Geschworener kann sich nicht entscheiden, ob sie wegen ihrer mutmaßlichen Psychose unschuldig ist.
Bogenhausen
:Mann hantiert mit Messer am Friedensengel
Die Polizei kann den 33-Jährigen stellen. Er wird in eine psychiatrische Klinik gebracht.
Psychische Erkrankungen
:Psychotherapie: Reichen schon wenige Sitzungen?
Damit möglichst viele Menschen Hilfe erhalten, geht der Trend zu kürzeren Therapieformen. Was man mit wenigen Stunden erreichen kann.
Sterbehilfe
:Stehen Ärzte in einem Interessenkonflikt?
Bei der Suizidassistenz gibt es eklatante Lücken, sagt der Psychiater Peter Brieger. Vor allem mit der Rolle der Mediziner hadert er. Ein Gespräch über fehlende Standards und Prävention.
Psychologie
:Prokrastination: Wer später schläft, schiebt länger auf
Am Abend wirkt jeder Plan machbar, am Morgen ist er eine Last und wird aufgeschoben: Wer dazu neigt, Aufgaben zu vertrödeln, ist häufig ein Abendmensch.
Urteil in Regensburg
:Axtangriff im ICE: 21-Jähriger muss in der Psychiatrie bleiben
In einem ICE attackiert ein Mann während der Fahrt mehrere Fahrgäste mit einer Axt. Der Mann ist wegen einer Erkrankung schuldunfähig.
ADHS
:Eine unbehandelte ADHS kostet viele Lebensjahre
Wer als Kind unter ADHS leidet, tut dies meist auch als Erwachsener – mit zum Teil schwerwiegenden Folgen. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie.
Therapie
:„Man kann ADHS gut behandeln“
Kinder mit ADHS bringen ihre Eltern oft an die Grenzen, aber sie selbst leiden noch mehr. Was man tun kann, damit es allen in der Familie besser geht.
ADHS
:„Es ist gut, wenn mehr Erwachsene mit ADHS eine Diagnose bekommen“
Bei immer mehr Erwachsenen wird ADHS oder ADS festgestellt. Psychiaterin Alexandra Philipsen über den Trend zur Selbstdiagnose, die Frage nach dem Leidensdruck und die positiven Seiten des Syndroms.
Psychiatrie
:Der Teufel ist nur eine Psychose
Vor 50 Jahren starb Anneliese Michel, nach 67 großen Exorzismen. Diese Riten gibt es noch immer. Warum sie großen Schaden anrichten können.
Psychiatrie
:Wie man bei mehr als 30 Grad einen kühlen Kopf bewahrt
Hitze belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Seele: Aggressionen und Gewalt steigen, psychische Erkrankungen nehmen zu. Warum ist das so?
Psychiatrie & Kabarett
:Ist Donald Trump verrückt?
Der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor Manfred Lütz warnt vor der falschen Einschätzung von auffälligen Persönlichkeiten. Dafür tourt er sogar mit einem Kabarettprogramm durch die Lande.
MeinungPsychiatrie
:Psychisch gestört? Eine Diagnose Trumps hilft niemandem
Psychiater haben gute Gründe, die Zurechnungsfähigkeit des US-Präsidenten infrage zu stellen. Doch das führt am eigentlichen Problem vorbei.
Psychiatrie
:Darf man Donald Trump für krank erklären?
36 Mediziner haben dem US-Präsidenten die geistige Eignung für sein Amt abgesprochen. Manche erkennen bei ihm Symptome von Persönlichkeitsstörung und Demenz. Selbst Ferndiagnose-Skeptiker sagen: So geht es nicht weiter.
Gesundheit
:Man kann auch zu viel über mentale Gesundheit sprechen
Die Themen ADHS, Autismus und mentale Gesundheit sind vollends in der Popkultur angekommen. Das hat auch unerfreuliche Nebenwirkungen.
Psychologie
:„Manchmal scheinen psychische Diagnosen wie ein Statussymbol zu wirken“
Immer mehr Menschen kommen mit einer fertigen Selbstdiagnose zum Therapeuten. Die Forscherin Gloria Mittmann über Erwartungen, Diagnose-Shopping und die Frage, warum ausgerechnet ADHS und Autismus so begehrt sind.
Pflegende Angehörige
:Wenn Sorge zur Belastung wird
Wer sich um psychisch erkrankte Angehörige kümmert, gerät schnell an seine Grenzen. Günter Badura , Pflegedienstleiter im KBO-Klinikum Taufkirchen, erklärt in einem Vortrag, wie Unterstützung gelingt, ohne sich selbst zu überfordern.
Assistierter Suizid
:Wie man Menschen beim Sterben hilft
Seit einigen Jahren besteht in Deutschland die Möglichkeit des assistierten Suizids. Das Interesse ist groß, die Sorgen sind es auch. Was also tun? Fragen an zwei Experten.
NS-Psychiatriegeschichte
:Warum Pflegeschüler in der Ausbildung den Obersalzberg besuchen
In der Dokumentation Obersalzberg in Hitlers ehemaligem „Führersperrgebiet“ gibt es spezielle Workshops für Berufsgruppen. In einem davon erfahren Pflegeschüler, wie Ärzte und ihre Assistenten geholfen haben, vermeintlich „unwertes“ Leben auszulöschen.
Psychische Erkrankungen
:Selbstverletzungen von Jugendlichen nehmen zu
Laut einer internationalen Studie ritzen und verletzen sich immer mehr Jugendliche. Der Trend dürfte sich auch in Deutschland finden. Was sich dagegen tun lässt.
Isar-Amper-Klinikum
:Wie Psychiatrie menschlicher wurde
Seit den Reformen der 1970er‑Jahre hat sich der Umgang mit psychischen Erkrankungen grundlegend verändert. Die Ausstellung im Museum am Isar‑Amper‑Klinikum in Haar verbindet historische Einblicke mit heutigen Ansätzen.
Honorarkürzungen bei Psychotherapie
:Der Rotstift löst keine Versorgungskrise
Therapeutinnen und Therapeuten fordern Respekt ein und warnen vor Verschlechterungen im System, weil spätes Behandeln ungleich teurer werde als frühe Intervention.
Neurodiversität
:Nicht krank, nur anders?
Viele Betroffene betrachten Autismus oder ADHS nicht mehr als Krankheiten, sondern als Teile ihrer Identität, als Neurodiversität. Aber ist damit allen geholfen?
Cannabis
:Zwei Jahre nach Legalisierung: Mehr riskanter Konsum, weniger Kriminalität
Forscher ziehen ein gemischtes Zwischenfazit. Es gibt positive, aber auch problematische Entwicklungen.
Psychiatrie
:Warum Psychiater die Therapie mit Stromschlägen verteidigen
Die WHO spricht sich gegen die Elektrokonvulsionstherapie bei starken psychischen Erkrankungen aus. Doch Psychiater sind überzeugt: Die Methode hilft und hat kaum Nebenwirkungen. Was ist da los?
MeinungPsychiatrie
:Keine Angst vor Zauberpilzen
Die wichtigste deutsche Studie zu Psilocybinen stärkt die Vermutung, dass Psychedelika gegen Depressionen helfen. Hätte man allerdings schon vor 50 Jahren wissen können.
Urteil am Landgericht Regensburg
:Lange Haftstrafen nach Flucht aus forensischer Psychiatrie
Vier Männer waren im Sommer 2024 aus einer geschlossenen Station des Bezirkskrankenhauses Straubing geflohen und hatten dabei eine Geisel genommen. Die zwischen 29 und 32 Jahre alten Täter hatten im Verfahren die Vorwürfe gegen sie eingeräumt.
Debatte
:Psychotherapie ist kein Fitnesstraining für die Seele
Die Diskussion um die Stundensätze für Psychotherapeuten verstellt den Blick auf das eigentliche Problem: Wie schafft man es, die Menschen zu behandeln, die wirklich Hilfe brauchen?
Psychiatrie
:Zauberpilze gegen Depressionen: Große Studie zeigt Potenzial
Psilocybin, ein Wundermittel? Die bislang umfassendste deutsche Studie zeigt nun, dass auch Psychedelika nicht allen helfen können – aber manchen schon.
Krisendienste Bayern
:„Sie hat nur immer wieder gesagt, ich bin hier. Wir kriegen das hin!“
Wer hilft einem bei Depression und seelischer Not? Manchmal kann ein Anruf bei einem Hilfstelefon die Rettung sein. Zum fünfjährigen Bestehen der Bayerischen Krisendienste erzählen Betroffene ihre Geschichte.
Psychiatrie
:In zehn Minuten gegen die Depression
Können kurze Online-Übungen erkrankten Menschen helfen? Forscher haben die Wirksamkeit von zwölf Maßnahmen untersucht. Ihre Ergebnisse fallen gemischt aus.
MeinungFall Winterhoff
:Dieses Urteil ist viel zu milde
Der Bonner Psychiater hat Hunderten, wenn nicht Tausenden Patienten leichtfertig ein Medikament verschrieben – und sie damit um ihre Kindheit und Jugend gebracht. Und dafür nur neun Monate auf Bewährung?
Urteil gegen Kinderpsychiater Winterhoff
:Kinder sediert nach zweifelhaften Diagnosen
Michael Winterhoff hat Kinder mit einem Psychopharmakon ruhiggestellt. Mit seiner Behandlung habe er sich weit außerhalb des fachlichen Standards bewegt, stellt das Gericht fest. Dennoch fiel das Urteil überraschend milde aus.
Gerichtsprozess
:Bewährungsstrafe für Kinderpsychiater Winterhoff
Das Landgericht Bonn spricht Winterhoff wegen Körperverletzung schuldig. Dass er Kindern Psychopharmaka zur Dauerbehandlung verordnet hat, sieht die Richterin als erwiesen an. Er habe den Patienten aber nicht schaden wollen.
Psychologie
:Wenn Kinder die Elternrolle übernehmen
Papa trösten, den kleinen Bruder versorgen, den Haushalt schmeißen: Wenn Eltern aus verschiedenen Gründen an die Belastungsgrenze kommen, übernehmen Söhne und Töchter viel Verantwortung. Wann wird es zu viel?
Literatur
:Guter Mann, schlechtes Buch
In Navid Kermanis Zeitroman „Sommer 24“ ist der Autor selbst der von der Gegenwart gequälte Ich-Erzähler – und stets darauf bedacht, bloß ja keinen Abgrund aufzutun. Es ist ein großer Jammer.
Epidemiologie
:Autismus ist bei Frauen vermutlich ähnlich häufig wie bei Männern
Lange galten Störungen aus dem Autismus-Spektrum als etwas, das vor allem Männer betrifft. Nun zeigt eine große Studie: Das Verhältnis dürfte fast ausgeglichen sein, Mädchen und Frauen werden aber noch immer später diagnostiziert.
Medizin
:Das Leben, ein Minenfeld
Lang galt die Borderline-Störung als unbehandelbar, monströs, aber dank neuer Therapien haben sich die Aussichten für Patienten stark verbessert. Das Problem ist nur, dass betroffene Männer oft im Gefängnis landen, nicht in der Klinik. Ein Hilferuf.
Euthanasie
:Gedenken an Nazi-Opfer
Im Bezirkskrankenhaus Haar gibt es bis 13. März eine Ausstellung zur „Aktion T4“, dem Mord an behinderten und psychisch kranken Menschen, zu sehen.
Psychiatrie
:Macht die Stadt psychisch krank?
Bewohner von Städten leiden deutlich häufiger an Schizophrenie und Depressionen als Menschen auf dem Land. Woran das liegt.
Urteil in Hamburg
:Messerangreiferin vom Hauptbahnhof muss in Psychiatrie
Die psychisch erkrankte Frau stach wahllos auf Reisende ein. Das Gericht geht davon aus, dass sie schuldunfähig war.
Kindergesundheit
:„Wir haben mehr Depressionen, mehr Ängste, mehr Traurigkeit, mehr Hoffnungslosigkeit“
Martin Holtmann, Leiter der LWL-Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hamm, sieht eine Gesundheitskrise bei jungen Menschen. Eine verlorene Generation fürchtet er aber nicht.
Gedenktag in Haar
:Die Schuld der Psychiatrie über 1945 hinaus
Der Transport von 25 Männern aus der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar in die Tötungsanstalt Grafeneck markiert am 18. Januar 1940 den Beginn der massenhaften Ermordung von Patienten im Deutschen Reich. Doch eine „Stunde Null“ gab es nach dem Krieg in den Anstalten nicht. Historikerin Maike Rotzoll beklagt beim Gedenken eine mangelhafte Aufarbeitung.
Fasangarten
:21-Jähriger bedroht Schüler mit Cuttermesser
Die Polizei rückt mit mehreren Streifen an und kann den Mann festnehmen – zuvor konnten Lehrer der Berufsschule ihm gut zureden.
MeinungPsychiatrie
:Antidepressiva sind kein Wundermittel – aber trotzdem wichtig
Gerade bei schweren Depressionen können wir auch dank der Medikamente helfen. Übertriebene Pharmakritik hingegen schadet den Patienten. Eine Gegenrede.