Damit die IWF-Gelder fließen können, muss das Hilfsprogramm mindestens für zwölf Monate durchfinanziert sein. Daran gibt es Zweifel, denn bisher ist geplant, dass das Land sich ab dem Frühjahr 2012 teilweise wieder am Kapitalmarkt refinanziert. Angesichts der noch immer hohen Zinsen für griechische Anleihen erscheint das allerdings derzeit aussichtslos.

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Die griechische Regierung zeigte sich hingegen zuversichtlich, die dringend benötigte Finanzhilfe-Tranche von 12 Milliarden Euro in Kürze zu erhalten. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sagte dem griechischen Fernsehsender Ant 1: "Wir werden die fünfte Rate bekommen." 

Den immer wieder erhobenen Forderungen, Griechenland müsse umschulden, erteilte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini-Smaghi unterdessen eine klare Absage. Die Vorstellung, dass eine Umschuldung geordnet vonstatten ginge, sei ein Märchen. "Jedes Mal wenn nur Restrukturierung oder sanfte Restrukturierung erwähnt werden, spielen die Märkte verrückt. Das beweist, dass dies nicht geordnet ablaufen würde - zumindest nicht in diesem Umfeld", sagte der Notenbanker im Interview mit der Financial Times.

Bini-Smaghi fügte hinzu, dass eine Umschuldung Griechenlands oder der Austritt aus der Euro-Zone einem Todesurteil gleichkäme. "Und das haben wir in der Europäischen Union abgeschafft."

Er forderte Griechenland auf, seine Schulden über Anteilsverkäufe und Änderungen am Steuersystem zu senken. Einen Bericht des Magazins Der Spiegel vom Wochenende, wonach das Land all seine Haushaltsziele verfehle, dementierten sowohl Griechenland als auch der IWF umgehend.

EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte bereits Ende vergangener Woche eine Lösung angemahnt. "Es muss bald eine Einigung gefunden werden. Die Zeit läuft ab", erklärte Rehn. In der Welt sagte er, man erwarte, dass sich die Parteien weiterhin um eine Einigung über das Hilfsprogramm von EU und IWF bemühen.

Hohe Risikoaufschläge

"Ich bedaure, dass die Chefs der politischen Parteien in Griechenland keine Einigung über das wirtschaftliche Reformprogramm zur Überwindung der aktuellen Schuldenkrise erzielt haben."

An den Märkten gilt eine Umschuldung indes offenbar als sicher: "Griechenland wird letztlich umschulden müssen", sagte ein Händler. "Womöglich finden die Politiker noch eine Lösung, aber selbst wenn sie dieses Mal erfolgreich sein werden, nichts kann das Ruder mehr herumreißen." Die Risikoaufschläge für zehnjährige griechische Staatsanleihen erhöhten sich um 20 Basispunkte auf 1387 Basispunkte.

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  1. "Nichts kann das Ruder herumreißen"
  2. Sie lesen jetzt EZB-Vorstand Bini-Smaghi: "Umschuldung ist ein Todesurteil"
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(sueddeutsche.de/Reuters/pak/hgn)