Überwachung im Internet Geheimdienst filtert auch Telefondaten

Am Mittwoch hatte der Guardian berichtet, dass der US-Telekomkonzern Verizon der NSA detaillierte Informationen über alle inneramerikanischen und internationalen Gespräche geben müsse. Ein geheimes Gericht habe die Schnüffelaktion genehmigt. Die Gerichtsentscheidung beruht offenbar auf dem Gesetz names Patriot Act. Er wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verabschiedet und gibt US-Behörden weitreichende Befugnisse zur Überwachung von Terrorverdächtigen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, nannte das Sammeln von Telefondaten unter diesem Gesetz legal. Derartige Aktionen erfolgten unter strikten Regulierungen und Kontrollen seitens des US-Kongresses, des Justizministeriums und anderer Stellen. Sie hätten sich als "wichtiges Instrument beim Schutz der Nation vor Terrorbedrohungen erwiesen", sagte Earnest. Ein ehemaliger NSA-Agent sagte Bloomberg, dass diese Telefondatenüberwachung im Vergleich zu den restlichen Möglichkeiten des Geheimdienstes nur "Kinderkram" seien ("small potatoes").

Linktipps: Einer der Enthüller der Prism-Geschichte ist Glenn Greenwald, ein Anwalt, Blogger und nun Autor beim Guardian. Die New York Times hat ihn interviewt. Das US-Magazin Wired hat 2012 eine große Reportage über das Spionagezentrum der NSA in der Wüste von Utah veröffentlicht, mit dem der Geheimdienst das Internet abhören will.