Landtagswahl in Bayern Aus für Grünen-Fraktionschef Runge

Die bayerische Grünen-Fraktion muss sich nach der Landtagswahl völlig neu sortieren: Nach Parteichefin Schopper gehört auch Fraktionschef Runge dem neuen Landtag nicht mehr an. Zwei Tage nach Wahl wurden die letzten Mandate ermittelt.

Die bayerischen Grünen müssen sich einen neuen Fraktionsvorsitzenden suchen: Martin Runge schaffte den Sprung über die Oberbayern-Liste nicht mehr. Auch die grüne Innenexpertin Susanna Tausendfreund scheiterte, wie sich nach Auszählung der letzten Stimmen am Dienstagabend herausstellte.

Es ist der zweite Schlag für das grüne Spitzenteam: Landesparteichefin Theresa Schopper hatte in Schwaben den Wiedereinzug in den Landtag verpasst. In Oberbayern schafften es dagegen der frühere grüne Fraktionschef Sepp Dürr und die Münchner Grünen-Chefin und profilierte Dritte-Startbahn-Gegnerin Katharina Schulze unter die ersten sieben der Liste und damit in den Landtag.

SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen wurde über die Oberbayern-Liste ebenfalls wieder gewählt - ebenso wie der SPD-Abgeordnete Peter Paul Gantzer, der mutmaßliche Alterspräsident des neuen Landtags. Bei der CSU schaffte es der frühere Wissenschaftsminister Thomas Goppel über die Oberbayern-Liste. Der Musiker und Produzent Leslie Mandoki scheiterte als CSU-Kandidat. Bei den Freien Wählern verlor die Schlagersängerin Claudia Jung ihr Mandat.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) wurde in Unterfranken mit deutlichen Stimmenzugewinnen wieder gewählt. Trotz Kritik an ihrem Krisenmanagement in der Verwandtenaffäre steigerte sie ihr Ergebnis im Vergleich zur Landtagswahl vor fünf Jahren auf mehr als 216.000 Stimmen und errang eines von zwei christsozialen Listenmandaten in Unterfranken. "Ich bin überglücklich und freue mich sehr über diesen großen Vertrauensbeweis", sagte Stamm.

Söder ist Stimmenkönig in Mittelfranken

Für die unterfränkische SPD ziehen Finanzexperte Volkmar Halbleib und der Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal in den Landtag ein. Dagegen fiel der SPD-Polizeiexperte und frühere Gewerkschaftschef Harald Schneider im Wählervotum durch. Thomas Mütze (Grüne) behält sein Mandat.

Finanzminister Markus Söder ist Stimmenkönig in Mittelfranken. Der mittelfränkische CSU-Bezirkschef bekam bei der Landtagswahl 160.369 Stimmen und überholte damit den auf Listenplatz eins stehenden Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der 124.813 Stimmen erhielt. Alle anderen Bewerber der CSU und aller anderen Parteien erhielten deutlich weniger Stimmen.

Über die SPD-Mittelfranken-Liste zieht der 39 Jahre alte, in der Türkei geborene Arif Tasdelen aus Nürnberg in den Landtag ein - als erster fränkischer Abgeordneter mit Migrationshintergrund.

In Oberfranken schaffte Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (CSU) über die Liste den Wiedereinzug ins Parlament. In der Oberpfalz wurde Europaministerin Emilia Müller mit sattem Vorsprung gewählt.

Der bisherige Chef des Innenausschusses, Joachim Hanisch (Freie Wähler), verpasste dagegen den Wiedereinzug über die Oberpfalz-Liste.

Neben 90 Direktmandaten, von denen die CSU 89 und die SPD eines gewann, werden für den neuen Landtag 90 Listenmandate vergeben. Diese verteilen sich wie folgt auf die vier Parteien: CSU 12, SPD 41, Freie Wähler 19 und Grüne 18.

Eine Liste aller 180 Abgeordneten des neuen Bayerischen Landtags finden Sie hier.