Die Autowelt steht 2010 vor einem gewaltigen Umbruch: Luxus läuft nicht mehr, klein ist clever, doch die Kosten galoppieren.
Ein System in der Krise: 2009 war ein wirtschaftlich schwieriges Jahr der Überraschungen, Kehrtwendungen und Strategiewechsel. Magna kaufte Opel und dann doch wieder nicht, Porsche wollte VW übernehmen um später selbst übernommen zu werden, Fiat schluckte Chrysler, Washington musste GM mit einem 50-Milliarden-Dollar-Kredit vor der Pleite bewahren. Wer hätte das gedacht? Marken, die noch vor wenigen Jahren für teures Geld installiert wurden oder eine lange Tradition hatten wie Saab, sind plötzlich nichts mehr wert.
Gut aufgestellt: VW, hier die neueste Eco-Studie Up! Lite, gilt als aktuelle und künftige Supermacht. (© Foto: oh)
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Und die neuen starken Männer verstehen nicht viel von Autos, aber vom Kürzen, Reduzieren, Zusperren. Ford-Chef Allan Mullaly kam von Boeing, das GM-Oberhaupt Ed Whitacre war zuvor Oberaufseher von AT&T, Sergio Marchionne wechselte einst vom Schweizer Warenprüfer SGS zu Fiat. Während Ford konsequent auf das Weltauto setzt und selbst in den USA mit kleineren Modellen und sparsameren Motoren punkten will, hat der Umbruch bei GM und Fiat-Chrysler gerade erst begonnen. Vor allem die amerikanisch-italienische Allianz steht auf tönernen Füßen, denn sie kalkuliert mit stark steigendem Absatz und gewagten Synergieeffekten. Ob treue Lancia-Kunden einen Chrysler 300C mit römischer Nase wohl als italienischen Oberklasse-Maßstab akzeptieren werden?
Auch in Europa wird das Auto-Quartett ständig neu gemischt. VW gilt als aktuelle und künftige Supermacht, die im Zeitraffer zu Toyota aufschließt. Doch Wolfsburg kann alles außer billig. Deshalb soll Suzuki demnächst den kleinen Up! in der dritten Welt zum Discountpreis fertigen, deshalb muss sich Škoda wieder auf seine ursprünglichen Markenwerte konzentrieren, und deshalb steht Seat auf dem Prüfstand.
Weil VW durch den Kostenbonus seiner Stückzahlen selbst Erzrivalen wie BMW und Mercedes an einen Tisch zwingt, entstehen immer neue Konstellationen - am Ende nicht zwischen München und Stuttgart, aber zwischen den BMW- und Peugeot-Familien und zwischen Mercedes und Renault/Nissan. Die Schwaben konzipieren die auf drei Modelle erweiterte Smart-Nachfolgegeneration gemeinsam mit ihrem französisch-japanischen Partner, der sich in Sachen Elektromobilität besonders weit aus dem Fenster gelehnt hat. Wenn alles glattgeht, wird man auch das nächste Frontantriebsmodul Schulter an Schulter in Angriff nehmen und die A-/B-Klasse endlich aus der Kostenfalle befreien.
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Aufregung um Italiens Ex-Premier
immer wieder zu kurz gesprungen...
als vor mehr als hundert Jahren, der Sprung von der Kutsche zum Automobil gemacht wurde, waren es nicht etwa die Kutschenbauer die den Trend erkannten, sondern die Nähmaschinen und Fahrradbauer... Kutschenbauer gibt es heute kaum noch.
Und so wird es den Autodinos auch passieren, wenn mal einer mit einem wirklich revolutionären Konzept kommt.
ach?
wie kommt der Autor auf dieses schmale Brett? Niemand kann oder will sich diese fette Karikatur eines "VW Bus" leisten. Habe allein in meinem Bekanntenkreis 3 Ehepaare, die nach einen adäquaten Ersatz suchen, weil der Preis eine Unverschämtheit ist. Und bei den Betroffenen handelt es sich mitnichten um arme Schlucker...
Generell widerholt hier der Autor mantramäßig Wunschdenken und Phrasen der "Berater". Oder Binsenweisheiten. Dass die Höherpositionierung odcer Ettikettenschwindel auf dem europäischen Markt nicht funktioniert (und wahrscheinlich nun auch auf dem US-Markt nicht mehr), ist nun wirklich nicht neu. Dass VW - gemessen an der pro-Stück-Marge - am untersten Ende der Hersteller steht, scheint der Autor auch vergessen zu haben. Dass VW überhaupt nur aufgrund des "VW-Gesetzes" noch existiert, auch. Dass das Konzept "VW" risikobehaftet ist durch sehr viel Konkurrenz im eigenen Hause, dass das Baukastensystem sich zwar gut anhört, aber nichts mit einem Baukasten zu tun hat, dass die Oberklassenversuche immer noch teuere Abenteuer sind, dass die gesamte Modellpalette VWs ganz einfach zu teuer und (aus Herstellersicht) zu ineffizient ist, dass der Inlandsmarkt schon bald nicht mehr bedienbar ist, das alles blendet er aus. Wenn der Golf floppt, ist VW in 2 Jahren weg. So schaut es aus. Und schon jetzt ist erkennbar, dass ein nicht zu geringer Teil der Golfkundschaft eben keinen 1.8-Tonner für einen Einstandspreis von ~35K EUR will. Langfristig schaufelt sich VW sein Grab selbst. Auch ein blinder Fleck scheint das Problem Piech zu sein. Na ja.
Und die Prognosen und Analysen sind eine Ansammlung von Buzz-Words. Fehlt nur noch eine augenzersetzende PP-Präsentation dazu. Das Auto neu erfinden? So nicht.
DW
Solange die Nutzung deutscher Straßen für Dritte kostenlos ist, die Besteuerung von Diesel und Benzin nicht gleich hoch ist, solange keine "Grünphasen" in Städten wie München eingesetzt werden, solange noch täglich hunderte Autos in München durch die Stadt fahren, um von der Lindauer/Garmischer Autobahn auf die Salzburger Autobahn zu kommen, solange wichtige Autobahnabschnitte nicht dreispurig ausgebaut sind und in Dauerstaus in verkehrsreichen Zeiten Zeit und Sprit sinnlos verbrannt wird sind - gibt es noch viel Potential neben der Automobiltechnik, etwas für die Umwelt zu tun.
Bei den sog. Kleinfahrzeugen, die laut diesem Artikel die Trendfahrzeuge schlechthin sein sollen, kann ich keine Motorentechnik erkennen, die noch nicht einmal dem aktuellen Stand der Motorentechnik entspricht (von wenigen, teuren Ausnahmen abgesehen - VW Polo 1.2 TSI). Ein Smart ist im Verhältnis zur Transportgröße nämlich kein Beispiel für ökonomisches fahren.
Na, da isse ja schon. Die erste Bestätigung meiner Vermutung, daß es schmerzhaft werden wird.
Einen schönen, auch unfall- und pannenfreien Tag wünsche ich.
Jeder Alkoholiker glaubt, bis er vom Arzt und vor allem von seinem Körper und seinen (a)sozialen Lebensverhältnissen darauf hingewiesen wird, es würde reichen, weniger zu trinken. Die Therapie heißt aber ganz klar: Totalverzicht! Zumindest, wenn das Leben weitergehen soll.
Also:
- ÖPNV
- Bahn
- Taxi (mit anderen Tarifen?)
- Fahrgemeinschaften
- Carsharing
- gelegentlich einen Leihwagen
- das im Stadtverkehr nicht zu überbietende Fahrrad (fast keine Kosten, fast keine Parkfläche, keine Abgase, keine Steuern,...)
und natürlich der gute, alte Fußweg. Doch, doch - man kann 500 m zum Einkaufen laufen. Das ist nicht nur möglich. Es ist auch gesund.
Auch 45 000 000 ganz kleine PKW in Deutschland wären zuviel. Die Veränderungen, vor denen wir unausweichlich stehen, werden sehr viel tiefgreifender sein, als nur der Verzicht auf ein paar Karosseriezentimeter und ein paar PS im Verbrennungs- oder Elektromotor. Der Erkenntnisprozeß wird wohl doch ein sehr schmerzhafter werden.
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