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Raumfahrt:"Das kann auch eine Technologiedemonstration sein"

China - Landung auf dem Mars

Erfolg beim ersten Versuch: Eine Landung auf dem Mars gilt als besonders schwierig. China hat es auf Anhieb hinbekommen.

(Foto: Mark Schiefelbein/dpa)

China hat mit "Zhurong" im ersten Versuch etwas geschafft, wofür die Nasa Jahrzehnte brauchte und das der Esa noch nie gelungen ist: einen Rover sanft auf den Mars abzusetzen. Was das Gefährt auszeichnet - und worauf Wissenschaftler nun hoffen.

Von Berit Kruse

Die Nasa-Rover haben Gesellschaft auf dem Mars bekommen: Am Wochenende ist es auch der Nationalen Raumfahrtbehörde Chinas (CNSA) gelungen, einen Rover auf dem roten Planeten zu landen. Zhurong, benannt nach einem Feuergott, soll dort in den nächsten Tagen mit seinen wissenschaftlichen Untersuchungen beginnen und drei Monate lang auf dem Mars arbeiten.

Die Landung auf dem Mars gilt als besonders schwierig. Von den bisherigen Versuchen waren nur etwa die Hälfte erfolgreich. Die CNSA lobt die Landung daher als "eine historische Leistung". Präsident Xi Jinping bezeichnet China nun als eine der "führenden Nationen der interplanetaren Erkundung". Tatsächlich ist keiner anderen Nation die weiche Landung eines Mars-Rovers bisher auf Anhieb gelungen: Die Nasa brauchte für die erste erfolgreiche Landung Jahrzehnte, zwei Versuche der europäischen Raumfahrtagentur Esa scheiterten.

Das Manöver erfährt auch in Deutschland Anerkennung: "Es ist sehr, sehr schwierig, auf dem Mars zu landen", sagt Roland Sonsalla, Teamleiter für Applied AI Space vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Bremen.

Der Rover ähnelt wohl den älteren Nasa-Modellen - bis auf die Energieversorgung

"Von der Bauweise her dürfte Zhurong den älteren Nasa-Modellen Spirit und Opportunity ähneln", erklärt Sonsalla. Mit seinen 240 Kilogramm ist er im Vergleich zu den aktiven Rovern Curiosity und Perseverance besonders leicht. Außerdem sei der chinesische Rover mit Solarkraft angetrieben, die modernen Nasa-Rover Perseverance und Curiosity setzen auf sonnenunabhängige Radionuklidbatterien.

Besonders an dieser Mission ist, dass die Chinesen einen Satelliten, eine Landeeinheit und einen Rover zusammen in einer Mission geschickt haben. Das sei unüblich, sagt Sonsalla: "Das Risiko, dass bei der Landung etwas schiefgeht, ist groß." Interplanetare Missionen seien ohnehin sehr teuer, mit einer möglicherweise scheiternden Landung steige auch die finanzielle Belastung.

Die chinesische Mission heißt Tianwen-1, zu deutsch etwa: Fragen an den Himmel. Auskunft liefern soll sie laut der CNSA auf Fragen zur Planetenoberfläche des Mars, zur geologischen Struktur und zum Klima. "Die sensorische Ausrüstung des Rovers ist sehr gut", sagt Sonsalla. Er sei mit Stereo- und Spektralkameras sowie einem Bodenradar ausgestattet. Ein Sensor, der so noch auf keinem anderen Mars-Rover vorhanden ist, sei das Magnetometer. Die Messungen dieses Geräts könnten Antworten darauf liefern, wie der Mars sein starkes Magnetfeld verloren hat. "Das sind spannende Fragen, auch zur Entstehung des Sonnensystems, zu denen diese Sensoren möglicherweise eine Antwort liefern könnten", erklärt Sonsalla.

Fotos vom Rover gibt es noch nicht, insgesamt ist die Informationslage zu weiteren Plänen des chinesischen Rovers dünn, nur wenige Details werden öffentlich bekannt gemacht. "Die Mission kann auch eine Technologiedemonstration der Chinesen sein", sagt Sonsalla. Alle bisher aktiven Rover auf dem Mars kommen aus den USA, die Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit dem ExoMars-Rover ist für 2022 geplant.

© SZ
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