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Wirtschaft kompakt:Wenn der Chef streikt

Zoff beim französischen Lidl: Ein Filialleiter geht auf die Straße, weil er die Arbeitsbedingungen seiner Angestellten "höllisch" findet. Außerdem: Yahoo schwimmt weiter ohne Auftrieb. Das wichtigste in Kürze.

Ein französischer Filialleiter von Lidl protestiert mit einem Streik gegen die Arbeitsbedingungen der Billigmarktkette. Das geforderte Arbeitstempo werde "immer höllischer", sagte Jean-Marie Hubert. "Wir arbeiten ständig im Eiltempo, und wir haben keine Zeit, das, was wir machen müssen, gut zu machen." Der Filialleiter legte deshalb die Arbeit nieder und stellte sich auf den Kundenparkplatz mit einem Schild, auf dem er seine Haltung erklärte.

Discounter Lidl

Gilt dieser Slogan nicht nur beim Firmenlauf, sondern auch bei der Arbeit? Ein Lidl-Filialleiter aus Frankreich bezeichnet das Arbeitstempo seiner Angestellten als "höllisch".

(Foto: dpa)

Er habe sich nun für zwei Wochen krankschreiben lassen. Viele Mitarbeiter aber litten still vor sich hin, sagte Hubert, der seit 17 Jahren Filialleiter ist. Viele Angestellte hätten Rückenbeschwerden oder Sehnenentzündungen, weil sie im Laden alles machen müssten, vom Regale-Einräumen über die Kasse bis zum Putzen.

Die Vorgaben der Geschäftsführung würden immer härter, und wenn man ein Ziel verfehle, heiße es, man sei schlecht organisiert oder unfähig, sagte Hubert. Beschwerden lasse die Firmenleitung nicht gelten, "als ob Rückenbeschwerden und Bandscheibenvorfälle für sie mit zum Arbeitsvertrag gehören". Die Geschäftsführung müsse etwas dafür tun, dass die Mitarbeiter weniger Stress hätten, forderte der Filialleiter.