Autoindustrie:Der Kanzler lässt sich von BMW zeigen, wie Transformation geht

Autoindustrie: Auf Werksbesuch in München: Kanzler Olaf Scholz (links) und BMW-Chef Oliver Zipse.

Auf Werksbesuch in München: Kanzler Olaf Scholz (links) und BMW-Chef Oliver Zipse.

(Foto: ALEXANDRA BEIER/AFP)

Olaf Scholz besucht trotz widriger Bedingungen den Autobauer BMW in München. Einen kleinen Seitenhieb auf die Politik kann sich BMW-Chef Zipse dabei nicht verkneifen.

Von Christina Kunkel

Termine wie diesen kann Bundeskanzler Olaf Scholz gerade gut gebrauchen. So viel Ermutigendes aus der Wirtschaft hat er zuletzt wohl eher selten gehört wie beim Besuch des BMW-Werks in München. Es heißt, der Kanzler habe vor allem deshalb die Einladung von Betriebsratschef Martin Kimmich angenommen, weil er gerne ein Positiv-Beispiel in Sachen Transformation sehen würde - davon gibt es in der Autoindustrie ja gerade nicht so viele.

Erst am Dienstag kamen wieder neue Zahlen vom Kraftfahrtbundesamt - und die sehen alles anders als gut aus im Hinblick auf die Antriebswende. Bei den Elektroautos gingen die Neuzulassungen im Vergleich zum November 2022 um 22 Prozent zurück. Doch bei BMW läuft es gut, ein Plus von 16 Prozent bei den Batteriefahrzeugen steht da zu Buche. Und während bei VW in den Werken Schichten gestrichen werden, weil die E-Auto-Bestellungen hinter den Erwartungen zurückbleiben, erlebte Olaf Scholz in München lauter selbstbewusste BMW-Vertreter.

Der Kanzler kam trotz Schnee, Glatteis und zähen Haushaltsdiskussionen nach München - angeblich per Flugzeug bis Memmingen und dann mit dem Auto. Er sprach mit BMW-Mitarbeitern und ließ sich die Produktion zeigen, wo der Autohersteller schon vor 2030 nur noch Elektroautos bauen will, aktuell laufen dort Verbrenner und E-Autos zusammen vom Band. "Wer hier die Produktion sieht und die ganzen Veränderungen begleiten kann, der geht hier weg mit dem sicheren Gefühl: Das wird uns gelingen, das wird unser Land schaffen", sagte der Kanzler. Als Scholz zuletzt zum Autogipfel geladen hatte, war BMW-Chef Zipse übrigens nicht dabei, sondern bei der Aufsichtsratssitzung seines Konzerns. Auch ein Zeichen, dass der Dialog mit dem Kanzleramt offenbar auch ohne solche Termine klappt.

Am Ende konnte sich Oliver Zipse aber einen kleinen Seitenhieb auf die Politik nicht verkneifen: "Transformation ist nicht, etwas zu versprechen, was man nicht halten kann", sagte er, während links und rechts halb fertige BMW-Karossen durch die Produktionshalle rollten. Olaf Scholz verzog dabei keine Miene.

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