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Neuer Sponsor beim FC Bayern:Herr Miao greift an

Chinas Solarhersteller Yingli steigt als Sponsor beim FC Bayern ein - und will sich so auf dem deutschen Markt etablieren. Aus Sicht von Marketingexperten ein durchaus logischer Schritt. Andere aber belächeln den Exoten.

Liansheng Miao lebt für sein Unternehmen. Der Chef des Solarkonzerns Yingli aus Baoding, südlich von Peking, wohnt auf dem Werksgelände. Morgen für Morgen begrüßt er die Arbeiter am Werkstor und nimmt im blauen Arbeitsanzug auf dem Hof an Tai-Chi-Übungen teil. Der 54-Jährige hat mit dem erst 1998 gegründeten Konzern längst einige deutsche Konkurrenten überholt. Unter den ersten fünf der Weltliga tummelt sich das Unternehmen, doch das reicht Miao noch lange nicht.

VfL Wolfsburg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Yingli aus China steigt als Sponsor beim FC Bayern München ein - es geht um eine millionenschwere Partnerschaft. Das Bild zeigt Torhüter Thomas Kraft im Spiel gegen den VfL Wolfsburg vom vergangenen Wochenende.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Vor allem in Deutschland, dem größten Solarmarkt der Welt, wollen die Chinesen Marktanteile gewinnen. An diesem Samstag soll der Startschuss fallen. Dann wird Miao nach München kommen zur Pressekonferenz mit dem FC Bayern München. Als erstes Unternehmen aus China dürfte Yingli dann zu einem der großen Sponsoren des deutschen Fußball-Traditionsklubs gekürt werden.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wollen beide Seiten in der Allianz-Arena kurz vor dem anstehenden Bundesliga-Spiel der Münchner gegen den 1. FC Kaiserslautern eine millionenschwere Partnerschaft bekannt geben. Bereits im vergangenen Jahr hatte Miao Gespräche mit dem Verein eingeräumt. Weder Yingli noch Bayern München wollten sich am Donnerstag zu dem Thema äußern.

Werbefachleute schätzen, dass Yingli als Premium-Sponsor einen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr investieren dürfte. Der Konzern war 2010 schon Sponsor der Fußballweltmeisterschaft. Das Unternehmen wächst derzeit rasant. Gerade lässt Miao in China zwei neue Fabriken bauen, Pläne für weitere liegen in der Schublade.

Bis Mitte 2011 will Chinas zweitgrößter Solarkonzern Module mit einer Gesamtleistung von 1,7 Gigawatt herstellen. Zwar liegt der Konzern damit deutlich hinter dem Branchenführer Suntech, der in diesem Jahr zum weltweit größten Hersteller aufsteigen dürfte.

Doch die Konkurrenten fragen sich längst, wie lange Suntech noch vorn liegen wird. Denn das Tempo der Aufholjagd ist hoch. Zum Börsenstart im Jahr 2007 lag die Produktionskapazität von Yingli noch bei gerade mal 200 Megawatt.

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