Gaming:Microsoft darf endlich Activision Blizzard übernehmen

Gaming: Nach langem Hin und Her hat Microsoft von der britischen Kartellbehörde nun grünes Licht für die Übernahme des Videospiel-Herstellers Activision Blizzard bekommen.

Nach langem Hin und Her hat Microsoft von der britischen Kartellbehörde nun grünes Licht für die Übernahme des Videospiel-Herstellers Activision Blizzard bekommen.

(Foto: Peter Morgan/AP)

Es ist der größte Deal in der Gaming-Branche aller Zeiten: Für 69 Milliarden Dollar geht der Hersteller von Spielen wie "Call of Duty" und "World of Warcraft" an Microsoft.

Microsoft hat die letzte Hürde für die Übernahme des Videospiele-Riesen Activision Blizzard genommen. Die britische Kartellaufsicht CMA genehmigte am Freitag den 69 Milliarden Dollar schweren Deal, nachdem die Behörde ursprünglich wegen Wettbewerbsbedenken ihr Veto eingelegt hatte. Damit kann Microsoft nach mehr als eineinhalb Jahren Hin und Her den Anbieter von Videospielen wie "Call of Duty", "World of Warcraft", "Overwatch" und "Candy Crush" schlucken. Es ist die größte Übernahme in der Videospiel-Branche aller Zeiten. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren kaufte Disney sämtliche Rechte an den "Star Wars"-Filmen, -Serien und Weiterverwertungen - für rund vier Milliarden Dollar.

Die britischen Kartellwächter hatten vor allem befürchtet, dass der Kauf von Activision Blizzard den Wettbewerb beim Cloud-Gaming einschränken würde. Dabei laufen die Spiele auf Servern im Internet und werden auf die Geräte der Nutzer nur übertragen. Microsoft könnte die Spiele nach der Übernahme nur noch auf seiner Xbox-Konsole und dem hauseigenen Cloud-Dienst anbieten, so die Sorge. Nun verpflichtete sich der Konzern, die Spiele zehn Jahre lang auch für Konsolen wie Sonys Playstation, Nintendos Switch und für Cloud-Plattformen anderer Anbieter verfügbar zu machen.

Microsoft bedankte sich, auch Activision Blizzard war erfreut

Als Zugeständnis bot Microsoft außerdem an, einige Cloud-Gaming-Rechte für 15 Jahre an den französischen Spielekonzern Ubisoft abzutreten. "Die neue Vereinbarung wird Microsoft daran hindern, den Wettbewerb im Markt für Cloud-Gaming, der an Fahrt gewinnt, einzuschränken", teilte die CMA mit. Sie sichere wettbewerbsfähige Preise und Dienstleistungen für britische Kunden. Die Europäische Union hatte die Übernahme bereits im Mai unter Auflagen genehmigt. Zuvor war die US-Kartellbehörde FTC mit dem Versuch gescheitert, den Deal per Gerichtsbeschluss zu verhindern. Sie wird das Geschäft auch nach seinem Abschluss weiter anfechten. Doch es ist unwahrscheinlich, dass sie den Abschluss noch verhindern kann.

Microsoft bedankte sich bei der CMA "für die gründliche Prüfung und Entscheidung". Auch Activision Blizzard reagierte erfreut: "Die offizielle Zustimmung der CMA ist eine großartige Nachricht für unsere Zukunft mit Microsoft, und wir freuen uns darauf, Teil des Xbox-Teams zu werden", sagte ein Sprecher. Der Deal verbessert die Position des Videospiele-Herstellers an einem milliardenschweren Markt: Im Jahr 2022 setzte die Gamingbranche weltweit rund 201 Milliarden Euro um.

Mit den neuen Geschäftsmodellen des sogenannten Metaverse, also jenen in sich geschlossenen digitalen Räume, die man mithilfe einer VR-Brille erreicht, drängen auch Apple und Google auf den Markt mit den Spielekonsolen. Derzeit dominieren diesen Markt Microsoft, Sony und Nintendo. Vor allem Google und Apple haben, was digitale Plattformen und den Einsatz von künstlicher Intelligenz angeht, ganz andere Möglichkeiten als ein Spielehersteller. Mit Microsoft ist Activision Blizzard in Konkurrenz zu den Tech-Giganten deutlich besser aufgestellt.

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