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Kaufhaus-Fusion:Das Durchschnittseinkommen ist niedriger als im Bundesdurchschnitt

Doch dass die Zentralen vieler bekannter Konzerne an Rhein und Ruhr schrumpfen, lässt sich wohl kaum aufhalten. Dies verändert den Arbeitsmarkt, vor allem im Ruhrgebiet: Dort sind alleine in den vergangenen zehn Jahren knapp 40 000 Stellen im Bergbau, der Industrie und der Energiewirtschaft verloren gegangen, berichtet die landeseigene NRW-Bank in ihrem regionalwirtschaftlichen Profil. Die gute Nachricht: Im selben Zeitraum sind im Pott 115 000 neue Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft, im Sozialwesen und bei Dienstleistern entstanden.

Die Bilanz des Wandels fällt dennoch gemischt aus. Denn die Löhne in den neuen Leitbranchen, etwa der Gesundheits- oder der Logistikbranche, sind im Schnitt niedriger als etwa in der Kohle- und Stahlindustrie. Obendrein haben traditionell die wenigsten Belegschaften so viel mitzubestimmen wie in der Montanbranche. Längst ist die Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet höher, das Durchschnittseinkommen niedriger als im Bundesschnitt.

Der Pott müsse auf kleinere Unternehmen setzen, fordert der Handwerksverband

Dass Ruhrkonzerne an Bedeutung verlieren, nutzt das Handwerk für einen politischen Appell in eigener Sache: Der Pott müsse fortan mehr auf kleine und mittlere Unternehmen setzen, fordert der Dachverband Handwerk NRW. "Die Abhängigkeit der Region von Monostrukturen muss aufhören", sagt Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund.

Kürzlich hat die schwarz-gelbe Landesregierung eine Ruhrkonferenz ausgerufen, um die Zukunft des Potts gemeinsam mit der Wirtschaft, Gewerkschaften und Glaubensgemeinschaften zu gestalten. "Wir setzen insbesondere auf die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Ruhrgebiet maßgeblich als zukunftsfähige Wirtschaftsregion gestalten", sagt Minister Pinkwart. Sein Haus fördert zudem Gründer in Nordrhein-Westfalen.

Dass alles anders wird an Rhein und Ruhr, dafür steht kein Datum so beispielhaft wie der 21. Dezember diesen Jahres. Dann werden die Bergleute der Zeche Franz Haniel in Bottrop nach fast 100 Jahren die letzten Tonnen Steinkohle aus dem Ruhrgebiet zutage fördern.

© SZ vom 13.09.2018
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