Industrie:Henkel erholt sich ein wenig von der Krise

Lesezeit: 2 min

Industrie: Produktion des Spülmittels Somat in Düsseldorf: Im Massengeschäft mit Supermärkten und Drogerieketten ist es vielerorts nicht leicht, höhere Kosten weiterzugeben.

Produktion des Spülmittels Somat in Düsseldorf: Im Massengeschäft mit Supermärkten und Drogerieketten ist es vielerorts nicht leicht, höhere Kosten weiterzugeben.

(Foto: Claudia Kempf/OH)

Der Persil-Konzern hat 2021 mehr verdient, die Aktie legt zu. Doch Lieferprobleme und teure Rohstoffe trüben die Bilanz. Von den besten Zeiten sind die Düsseldorfer weit entfernt.

Krise im Geschäft mit der Körperpflege, deutlicher Aufschwung hingegen bei Klebstoffen: Der Henkel-Konzern mit Marken wie Persil, Schwarzkopf oder Pritt hat im vergangenen Jahr zwar mehr Geld verdient als noch 2020. Dennoch blieben die Düsseldorfer, was Umsatz und Gewinn betrifft, unter dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Henkel kämpft, wie viele andere Industriebetriebe, mit gestiegenen Rohstoffkosten sowie Problemen in weltweiten Lieferketten. Diese sind entstanden, seitdem sich viele Teile der Wirtschaft schnell von der Corona-Krise erholt haben - gleichzeitig legte die Pandemie jedoch zeitweise Fabriken und Häfen lahm, internationale Frachtkapazitäten sind knapp. Der Kostendruck werde in diesem Jahr anhalten, sagte Henkel-Chef Carsten Knobel nun bei der Vorlage der Jahresbilanz. In der Folge hat das Unternehmen seinerseits Preise angehoben, wobei entsprechende Verhandlungen im Massengeschäft mit Supermärkten und Drogerieketten vielerorts nicht einfach sind.

Knobel hatte Ende Januar überraschend angekündigt, dass er das schwächelnde Kosmetik-Geschäft mit der Sparte Wasch- und Reinigungsmittel zusammenlegen will. Bislang steht Henkel gerade im Geschäft mit der Haar- und Körperpflege deutlich größeren Konkurrenten wie L'Oréal gegenüber. Diese wirtschafteten zudem profitabler, wie Börsenanalysten monieren.

Die Henkel-Aktie notiert gut 40 Prozent niedriger als vor fünf Jahren

Vom nächsten Jahr an soll Henkel statt aus drei dann nur noch aus zwei Teilen bestehen: einerseits dem fusionierten Markengeschäft um Reinigung und Kosmetik - andererseits den Klebstoffen, die Henkel beispielsweise an die Autoindustrie oder die Hersteller von Smartphones verkauft. Diese Sparte profitiert von der Erholung vieler Industriezweige weltweit, sie konnte voriges Jahr mehr Klebstoffe zu höheren Preisen verkaufen.

Derweil habe die Arbeit an der Integration der Reinigungs- und der Kosmetik-Sparte begonnen, teilt das Unternehmen mit. Im Zuge dessen sollen auch Arbeitsplätze wegfallen, wobei Knobel Details dazu erst in einigen Monaten verraten will. Man habe bereits "gute Gespräche" mit der Arbeitnehmer-Seite geführt.

Den Anteilseignern will Henkel in diesem Jahr eine unveränderte Dividende von 1,85 Euro je Vorzugsaktie beziehungsweise 1,83 Euro je Stammaktie zahlen. Das Unternehmen gehört noch immer mehrheitlich den Nachfahren von Fritz Henkel, der die Waschmittelfabrik im Jahr 1876 gründete.

An der Börse hat Henkel am Mittwoch zeitweise um vier Prozent an Wert gewonnen - und zählte damit zu den besten Titeln im hiesigen Leitindex Dax. Allerdings notiert die Henkel-Aktie noch immer gut 40 Prozent niedriger als zu Zeiten ihres Allzeithochs im Sommer 2017.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB