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Umweltschutz:EU-Parlament stimmt für Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik

Plastik-Strohhalme

In Europa verbraucht jeder einzelne durchschnittlich 71 Strohhalme pro Jahr

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Von 2021 an sollen keine Plastik-Produkte wie Einweggeschirr und Wattestäbchen mehr in der EU verkauft werden dürfen. Einige deutsche Supermärkte kommen dem zuvor.

Das EU-Parlament will von 2021 an Wegwerfprodukte aus Plastik verbieten. Dafür haben die Abgeordneten am Mittwoch gestimmt. Unter das Verbot fallen zum Beispiel Trinkhalme, Einweggeschirr und Wattestäbchen. Außerdem sollen die EU-Mitgliedsstaaten die Auflage bekommen, 90 Prozent aller Einweg-Plastikflaschen zu recyceln. Um das durchzusetzen, hätten die Mitgliedsstaaten bis 2025 Zeit.

Jetzt müssen die einzelnen Länder noch zustimmen: Die Umweltminister der EU-Staaten wollen sich nach Angaben eines Diplomaten in Brüssel noch vor Jahresende auf eine gemeinsame Position verständigen. Anschließend können die Verhandlungen zwischen Vertretern des Parlaments, der Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission beginnen.

Das vorgesehene Verbot soll die Meere schützen, in denen die weggeworfenen Plastikartikel immer wieder landen. Die EU-Kommission will den Plastikmüll im Meer bis 2020 um 30 Prozent reduzieren. Auch über eine Plastik-Steuer wurde in der Vergangenheit immer wieder diskutiert.

Die EU-Kommission hatte das Verbot im Mai vorgeschlagen. In Deutschland wollten daraufhin die ersten Händler freiwillig Wegwerfartikel aus Plastik aus dem Handel nehmen: Rewe will die Artikel bereits Anfang des kommenden Jahres verbannen, Lidl will vom Ende des kommenden Jahres an keine solcher Produkte mehr verkaufen.

© SZ.de/AFP/lüü/saul
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