China Alle Hoffnungen ruhen nun auf einem mündlichen Vorschlag

Wie eine Lösung aussehen könnte, präsentierte vor knapp drei Wochen ausgerechnet der chinesische Autoverband CAAM. Weil die Vorgaben der Regierung in Peking auch für etliche heimische Produzenten nicht innerhalb der vorgegebenen Fristen zu erreichen seien, schlägt CAAM vor, dass 2018 statt für acht Prozent lediglich für fünf Prozent aller Fahrzeuge Kreditpunkte benötigt werden, 2019 sollen es dann acht statt zehn Prozent sein. Und 2020 wie bisher zwölf Prozent. Für VW hieße das im kommenden Jahr: 30 000 bis 40 000 reine Elektrofahrzeuge. Noch immer viel zu viel.

Der chinesische Autoverband setzt sich jedoch auch für eine zweite Ausnahme ein, die ebenfalls von den deutschen Herstellern gefordert wird: Schafft es ein Unternehmen 2018 noch nicht, die Quote zu erfüllen, soll es die Möglichkeit erhalten, die Vorgaben durch Mehrproduktion im Jahr darauf auszugleichen. Das wäre ein Kompromiss, mit dem die deutsche Autoindustrie recht gut leben könnte. Schließlich haben die Konzerne schon damit begonnen, eigene Elektro-Strategien für den chinesischen Markt zu entwickeln.

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Volkswagens Pläne sehen zum Beispiel für 2020 den Absatz von 400 000 Elektroautos vor. 2025 sollen es dann sogar 1,5 Millionen Fahrzeuge sein. Ein wichtiger Bestandteil dieser neuen Strategie ist die geplante Kooperation mit dem chinesischen Autobauer Anhui Jianghuai Automobile. Mit der gemeinsamen Produktion von Elektroautos solle bis 2018 gestartet werden, verkündete VW-China-Vorstand Jochem Heizmann vor ein paar Wochen. Noch in diesem Jahr werde zudem mit dem Bau einer Plugin-Hybrid-Version des VW Phideon begonnen. Diese Limousine hatte VW erst im Oktober auf den Markt gebracht, sie basiert auf der Langversion des Audi A6 und wird ausschließlich in China vertrieben. In den kommenden Jahren sollen dann weitere Fahrzeuge folgen, insgesamt plant der Konzern, in der Volksrepublik 15 lokal produzierte Modelle mit alternativen Antrieben anzubieten.

Die Mehrzahl der neuen Elektroautos wird VW wohl aber erst von 2019 an im Angebot haben. Dann kommt eine neue Batteriegeneration zum Einsatz, die größere Reichweiten erlaubt. Und je größer die Reichweite, desto mehr Kreditpunkte sieht das geplante Gesetz vor. Sollte also der CAAM-Vorschlag tatsächlich von der chinesischen Regierung berücksichtigt werden und sich Kreditpunkte übertragen lassen, müssten die deutschen Hersteller die Quote 2018 noch nicht erfüllen. Das ist die Hoffnung. Schriftlich fixiert oder gar öffentlich verkündet ist aber noch nichts - und das gerade mal zehn Monate, bevor die neue Regelung in Kraft treten soll.

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