bedeckt München 11°
vgwortpixel

Technologie:China verbietet Behörden ausländische PCs und Software

Computer Platine

Bis 2022 sollen ausländische Computer sowie Softwareanwendungen in chinesischen Ämtern entfernt werden.

(Foto: Alexandre Debieve/Unsplash)
  • China hat seinen Behörden offenbar vorgeschrieben, bis 2022 alle ausländischen Computer sowie Softwareanwendungen zu entfernen.
  • Die Entscheidung dürfte den Handelsstreit mit den USA, bei dem es auch um Vorherrschaft bei Technologie geht, weiter eskalieren lassen.

Die chinesische Regierung hat offenbar sämtliche Behörden des Landes angewiesen, bis 2022 ausländische Computer sowie Softwareanwendungen zu entfernen. Das berichtet die Financial Times.

Die Anordnung sieht offenbar vor, dass Behörden im kommenden Jahr 30 Prozent der Technik durch heimische Produkte ersetzen. Bis 2021 sollen noch mal 50 Prozent und 2022 die restlichen 20 Prozent ausgetauscht werden. Die Direktive habe daher den Namen "3-5-2" erhalten, schrieb die Zeitung, die sich auf das Wertpapierhaus China Securities, zwei chinesische Cyber-Security-Firmen und die internationalen Denkfabrik Eurasia beruft. Insgesamt bedeute die Anordnung, dass in Chinas staatlichen Einrichtungen bis zu 30 Millionen Geräte ausgetauscht werden müssen.

Tech-Industrie Berlin steckt wegen Huawei in der Zwickmühle
Chinesische Netz-Technik

Berlin steckt wegen Huawei in der Zwickmühle

Die Bundesregierung will prüfen, ob die Technik des chinesischen Netzwerkausrüsters sicher ist. Etliche Behörden sind skeptisch, zudem machen die USA und China Druck.   Von Christoph Giesen, Peking, und Georg Mascolo, Berlin

Die Entscheidung dürfte den Handelsstreit mit den USA, der auch ein Streit um die technologische Vorherrschaft im 21. Jahrhundert ist, weiter eskalieren lassen und könnte US-Konzernen wie Microsoft oder Intel zusetzen.

Peking versucht sich unabhängiger zu machen, auch wegen Trump

Die "3-5-2"-Direktive ist laut FT Teil einer breiteren Kampagne, wonach Regierungsbehörden und Betreiber kritischer Infrastruktur "sichere und kontrollierbare" Technologie benutzen sollen, wie es auch das Gesetz für Cybersicherheit vorsieht. Vor zwei Jahren ist das Gesetz in Kraft getreten. Telekommunikationsunternehmen, Energie- und Wasserversorger, Transportfirmen oder Finanzkonzerne dürfen seitdem nur noch IT-Produkte kaufen, die eine staatliche Sicherheitsüberprüfung bestanden haben. Außerdem sind Firmen in China verpflichtet, ihre Daten den Behörden auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. Unternehmen, die Daten ohne Genehmigung außerhalb Chinas speichern, können ihre Geschäftslizenz verlieren.

Chinas Bemühungen, sich insbesondere von US-Technologie zu lösen, dürften auch mit dem harten Vorgehen Donald Trumps gegen Peking zusammenhängen. Die Trump-Regierung hat den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei im Frühjahr auf eine schwarze Liste gesetzt. US-Firmen dürfen seither nur noch eingeschränkt mit dem Konzern zusammenarbeiten. Das bereitet auch Google Probleme, dessen Handy-Betriebssystem Android bislang auf Huawei-Geräten installiert war.

Die Trump-Regierung übte zuletzt auch Druck auf Verbündete wie Deutschland aus, beim Ausbau des schnellen 5G-Netzes auf Huawei-Technik zu verzichten. Innerhalb der großen Koalition gibt es ebenfalls Sicherheitsbedenken gegen die chinesische Technik.

Ob das "3-5-2"-Vorhaben überhaupt praktikabel und technologisch machbar ist, wird angezweifelt. Experten halten es für schwierig, alle Software durch heimische Versionen zu ersetzen, weil Betriebssysteme von Microsoft oder Apple in China weit verbreitet sind und auch heimische, chinesische Software darauf läuft. Zudem werden selbst chinesische Computer wie von Lenovo mit Chips amerikanischer Hersteller oder Festplatten aus Südkorea gebaut.

Politik CDU Die Huawei-Frage spaltet die CDU

Ausbau des 5G-Netzes

Die Huawei-Frage spaltet die CDU

Auf dem Parteitag droht Streit darüber, ob sich ein chinesischer Konzern am Ausbau des Mobilfunknetzes beteiligen darf. Kanzlerin Merkel ist dafür, Friedrich Merz dagegen und die Parteichefin bezieht keine eindeutige Position.   Von Kristiana Ludwig