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Kurz gesichtet:Gut gewappnet

Fußballer, die gut gekleidet sind: zu finden im Magazin "Sepp".

(Foto: Hersteller)

Ob korallenfreundliche Creme für den Strand, die Outdoor-Jacke für die Berge oder das Heft zum Start der Fußball-EM: Mit diesen Produkten kann nichts schiefgehen. Die Stil-News der Woche.

Von Julia Rothhaas und Silke Wichert

Klar, das Kicker-Sonderheft zur EM geht immer, aber für Liebhaber des schönen Spiels ist das Magazin Sepp eigentlich die bessere Pflichtlektüre. Zu jedem großen Turnier wird hier Fußball mit Mode vereint, wobei die Macher aus Berlin glücklicherweise von beidem einiges verstehen. Geschrieben sind die Texte im Heft allerdings auf Englisch, schließlich geht es ja um Europa. Auf dem Titel der gerade erschienenen Ausgabe ist diesmal FC-Bayern-Profi Kingsley Coman, der bekanntlich für Frankreich antritt, von Sepp vorher aber noch in eine Münchner Disko geschickt wurde fürs Fotoshooting. Außerdem gibt es ein Best-of der Fußball-Illustrationen von Karl Lagerfeld, die er früher für dieses Magazin anfertigte, Essays und Interviews (etwa mit dem österreichischen Nachwuchskicker Rocco Sutterlüty) sowie ein Ranking der zehn bestangezogenen Fußballerinnen und Fußballer. Spoiler-Alarm: Cristiano Ronaldo ist nicht dabei (10 Euro, über doyoureadme.de).

Hautpflege ist mittlerweile zur Religion geworden, jede Woche gibt es neue Beauty-Brands von Prominenten, Naturheilern, Dermatologen, sogar von Nobelpreisträgern. Jetzt zieht auch die Sonnenmilch nach. Im Strandshop dominieren zwar immer noch die gleichen großen Marken, aber in Apotheken und Online-Stores greift der bewusste Konsument für sich und vor allem für seine Kinder nun mehr und mehr zu Naturkosmetik wie NAÏF aus den Niederlanden, die statt chemischen UV-Filtern auf natürliche, mineralische Filter auf der Basis von Zinkoxid setzt. Besser für die Haut, vor allem besser für die Meere. Als ebenfalls "korallenfreundlich" bezeichnet sich die Sonnencreme von Altruist, die von einem britischen Dermatologen und Hautkrebschirurgen mitentwickelt wurde. Der Sonnenschutz soll sich wie normale Hautpflege anfühlen, deshalb gibt es verschiedene Varianten für empfindliche, eilige oder faule Sonnenanbeter (naifcare.com; altruistsun.com).

Wetterfeste Kleidung für alle Abenteuer seit 40 Jahren: Jack Wolfskin.

(Foto: Hersteller)

Die Entstehungsgeschichte klingt nach wildem Klischee, ist aber wirklich so passiert: Der Hanauer Ulrich Dausien, junger Weltenbummler, sitzt 1981 mit Freunden am Lagerfeuer in der Wildnis von Kanada, ungefähr dort, wo auch Jack London seine Inspiration für den berühmten Roman "Ruf der Wildnis" fand. Plötzlich dringt lautes Wolfsheulen aus der Dunkelheit - und endlich hat Dausien den Namen für seine geplante Outdoor-Marke gefunden: Jack Wolfskin. Der Rest ist Geschichte. Die deutsche Firma mit dem Tatzenlogo ist in den letzten 40 Jahren zu einer Art wetterfestem Wolfspelz aller Abenteurer avanciert, ganz gleich, ob das selbige nun am Klondike River oder im heimischen Sandkasten wartet. Und weil sich der Gründer so sehr der Natur verbunden fühlte, wurde von Anfang an nicht nur auf Funktion, sondern auch auf Nachhaltigkeit gesetzt. Zum Jubiläum gibt es einige Retro-Styles, etwa das Thunderblaze-Jacket als Reminiszenz an ein Modell von 1994, außerdem eine Capsule Collection mit dem japanischen Graphic-Art-Künstler Shinpei Naito (jack-wolfskin.de).

Ob Handcreme, Mundspray oder Shampoo: Cannabidiol, kurz CBD, ist längst in einer Vielzahl an Produkten zu finden. Der Wirkstoff aus Cannabis soll entzündungshemmend und angstlösend wirken, bei Verletzungen, schlechter Laune und Stimmungsschwankungen helfen. Und beim Entspannen, etwa beim Sex. Das Berliner Label Tom Hemp's, das bereits einige CBD-Produkte im Sortiment hat, gibt die Substanz nun auch in ihr Gleitmittel, das ab Mitte Juni erhältlich ist. In der Mischung aus feuchtigkeitsspendendem Avodaco-, Sonnenblumen- und Hanföl soll es dank CBD beruhigen und stimulieren zugleich (75 ml 12,90 Euro, tomhemps.com).

Ein bisschen Bodensee auf dem Unterhemd von Schiesser.

(Foto: Hersteller)

Im Boxring, im Film, auf der Bühne: Wenn das weiße Unterhemd zu sehen ist, geht es meist gleich rund. Schließlich suggeriert es Stärke, einen unbändigen Willen und zeigt vor allem eins: den trainierten Oberarm und sämtliche Tattoos auf der Haut. Dabei hat es mal ganz lieblich angefangen, 1951 nämlich, als Schiesser das Doppelripp-Leibchen dem braven Anzugträger unters Hemd schmuggelte, damit darunter jedes Haar privat bleibe. Auch Sportler fanden das Hemdchen praktisch, später dann wurde es mit Marlon Brando und James Dean straßentauglich. Zum 70. Jubiläum hat die Firma nun den Künstler Christian Dierks gebeten, das weiße Top als Leinwand zu verstehen. Seine Inspiration fand er rund um die Halbinsel Mettnau im Bodensee: Blumen und Pflanzen, aber auch Boote und Stege. Die filigranen Zeichnungen in Blau erinnern dabei an das Design von Delfter Blau-Porzellan. Das Ergebnis ist nicht nur auf den klassischen Tank Tops namens "Greta" und "Friedrich" zu sehen, sondern auch auf Sweatshirts, Blousons, Shorts und im Jackett-Futter (Tank Top 49 Euro, schiesser.com).

© SZ/jrot/marli
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