Wiesn-Trends 2018:Was trägt der Herr?

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Die Schuhe

Dirndlschuhe

Welcher Schuh zum Dirndl? Stiefeletten von Gottseidank, Schnürpumps und flache Trachtenschuhe von Angermeier.

(Foto: Gottseidank, Angermeier / Collage: Sz.de)

Hohe Pumps passen immer, sind aber für exzessives Bierbank-Hüpfen nicht unbedingt geeignet. Nie verkehrt sei ein Trachtenschuh mit leichtem Absatz, sagt Nina Munz von Angermaier Trachten. Und natürlich klassische Schuhe, modern interpretiert. "Je authentischer und traditioneller das Dirndl, desto schwieriger wird es, den passenden Schuh zu finden", sagt Jörg Hittenkofer, Designer und Inhaber von Gottseidank. Das Münchner Label setzt zum klassischen Dirndl auf schwarze Schuhe und orientiert sich dabei an der Trachtenschuhkultur. "Von dem traditionellen Ansatz würden wir nicht abweichen." Ein reizvoller Stilbruch lässt sich Hittenkofer zufolge mit Stiefeletten oder Riemchenpumps erzeugen. "Außerdem verleihen sie der Frau eine feminine Ausstrahlung."

Accessoires und Drumherum

Je nach Anlass lassen sich Dirndl durch unterschiedliche Schmuckelemente aufwerten. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr. "Lieber Kette, Ohrring oder Armband bewusst als Akzent einsetzen, als von jedem etwas", sagt Hammerschick von Lodenfrey. Auch das so genannte "Gschnür" am Mieder, das als Silberkette zwischen Haken im Zickzack nach oben verläuft, erhält auf den schlichten Miedern wieder die nötige Aufmerksamkeit. Besonders angesagt ist die abgespeckte Variante, als Pendant zum Charivari der Herren. Statt Taler, Amulette und Hirschhorn hängen bei den Damen z.B. Engelsflügel, Herzerl und Bergkristalle.

Kunstblumengebilde auf dem Kopf, die an dekorierte Kühe beim Almabtrieb erinnern, sind out. Haarreifen mit kleinen Blümchen findet Kammermeier "immer noch süß". Immer öfter sieht man jetzt Haarschmuck mit einzelnen, teils echten Blüten. Auch das Hütchen mit Fasanfeder hat ausgedient. Bei Filzhüten orientieren sich die Designer wieder stärker nach alten Vorlagen.

Womit wir bei den Herren angelangt sind.

Wiesn-Trends 2018: Die Weste steht beim Herrn im Mittelpunkt.

Die Weste steht beim Herrn im Mittelpunkt.

(Foto: Angermaier)

Die Lederhose

"Nur die kurze!" kommt für Kammermeier von Ludwig Beck infrage. Allerdings hat auch sie eine Mindestlänge: Die perfekte Lederhose endet überm Knie, sonst ist es eine Sepperlhose, und die ist aus gutem Grund ausgestorben. Damit die Lederhose perfekt sitzt, rät der Trachtenexperte, sie etwas zu klein zu kaufen, "die dehnt sich noch". Auch wenn man zunimmt und die Hose zu eng wird, hilft nur: anziehen und leiden - bis sie nachgibt. Beim Kauf sollte man schon etwas mehr investieren, findet Kammermeier. Eine handgefertigte, sämisch gegerbte Hirschlederne (um die 1000 Euro) zeichnet sich aus durch hohe Qualität, geschmeidiges Leder und schöne Stickereien. Im Vergleich zu billigen Lederhosen aus Ziege oder Schwein hält sie im Winter warm, im Sommer kühl. "Dazwischen gibt es noch die Wildbock, aber an die Hirschlederne kommt keine ran."

Die Weste

Sie ist ein Muss zur Tracht, entsprechend liebevoll achtet man hier auf Details. Die Stoffe aus Loden, Brokatmix oder Samtgilet sind filigran gemustert. Die eng aneinander stehenden Knöpfe sind kugelförmig und fein verziert. Genau wie die Damen gibt man sich zugeknöpft: "Die Weste bleibt geschlossen, da lässt man höchstens unten einen, oben zwei Knöpfe auf, damit das Hemd rausblitzt", sagt Kammermeier. Atmen ist dennoch möglich, dank Elasthananteil in Oberstoff und Rücken.

Das Hemd

Auch wenn Auswärtige das immer noch glauben: Karo ist wirklich nicht mehr im Trend. Das unifarbene Hemd hat an Bedeutung gewonnen - in Weiß oder Hellblau. Fliederfarben oder rosa trägt nur eine kleine Zielgruppe. Hochwertiger und festlicher wird es, wenn das Hemd eine leichte Struktur oder, etwa beim weißen Hemd, Streifen Ton in Ton aufweist.

Angermeier Tracht Strümpfe

Trachtenstrümpfe oder Loferl? An die Wadlwärmer wagen sich nur wenige - vorausgesetzt, der Umfang stimmt.

(Foto: Angermeier)

Schuhe, Strümpfe und mehr

Zur Tracht trägt der Mann Haferlschuhe, schwarz und glatt. Alles andere ist Mumpitz - oder eine "modische Weiterentwicklung", wie sich Andreas Kammermeier ausdrücken würde. Strümpfe hingegen dürfen nicht mehr nur grau und dunkelgrün sein, sondern sollten mit dem Rest harmonieren. Deshalb gibt es sie in mindestens zehn Farben, von blau bis hellgelb. "Der modebewusste Mann wählt den zur Weste farblich passenden Strumpf", sagt Kammermeier. Bei Loferln sei gerade grau mit blauen Ringeln angesagt. Die traditionellen Wadenwärmer werden aber nur von wenigen getragen. Woran das liegt? "Man muss schon eine gewisse Wadenmasse mitbringen", meint Kammermeier. Wer schmale Waden hätte, so wie er, sei mit Strümpfen besser dran. Die zieht man übrigens hoch bis unters Knie, und lässt sie nicht lose überm Schuh herumhängen.

In diesem Sinne: Viel Freude auf der Wiesn und immer schön Haltung bewahren!

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