Kuriose Geschenke Missglückte Mitbringsel-Diplomatie

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Gastgeschenke

Ein Pferd für die Queen, ein Bienenhotel für die Kanzlerin

Kuriose Geschenke im Überblick.

US-Präsident Trump will Diktator Kim Jong-un eine "Rocket Man"-CD schenken. Was wird er wohl der Queen mitbringen? Ein historischer Überblick merkwürdiger Geschenkideen.

Von Martin Zips

Als Monarchin bekommt man viele Geschenke. Im Fall des britischen Königshaus kann man auf einer vom Palast jährlich veröffentlichten Liste nachlesen, was da so zusammenkommt. Alle Präsente, die den Mitgliedern der royalen Familie bei öffentlichen Anlässen überreicht werden, sind dort aufgeführt. Im Geschenke-Register für das Jahr 2015 zum Beispiel ein Ölgemälde der deutschen Künstlerin Nicole Leidenfrost, "Pferd in Royalblau". Das Geschenk vom damaligen Bundespräsident Joachim Gauck gefiel der Queen offenbar weniger: "Komische Farbe für ein Pferd", sagte sie. Glücklicherweise hatte Gauck auch noch Lübecker Marzipan anzubieten und glättete umgehend die diplomatischen Wogen.

Mit Spannung wird nun erwartet, ob sich US-Präsident Donald Trump bei seinem Teetermin mit Königin Elizabeth auf Schloss Windsor auch mit einem Gastgeschenk hervortut. Auf diesem Feld beweist er regelmäßig besonderes Gespür. Für das Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un in Singapur im Mai hatte Trump ein eigens angefertigtes heldenepisches Imagefilmchen im Gepäck. Jetzt hat Trump bestätigt, für Kim schon eine neue Gabe ausgeguckt zu haben. Eine CD von Sir Elton John, der ja, wie es der Zufall so will, von der Queen zum "Commander of the Order of the British Empire" ernannt wurde.

Korea-Gipfel Trumps irrwitziges Propagandavideo für Nordkorea Video
Kim als Filmheld

Trumps irrwitziges Propagandavideo für Nordkorea

Das Weiße Haus hat einen Trailer produziert, der Kim und Trump als die Helden eines Spielfilms inszeniert. Kitsch als die neue Sprache der Weltpolitik.

Es handelt sich jedoch nicht um einen x-beliebigen Kompakttonträger des britischen Sängers. Es soll das 1972 veröffentlichte Elton-John-Album "Honky Château" sein, auf dem der Schrammel-Hit "Rocket Man" zu hören ist. Sein CD-Geschenk hat Trump bereits signiert (ob Elton John dies ebenfalls für Kim getan hätte?). US-Außenminister Mike Pompeo hatte in Pjöngjang vor einigen Tagen einen ersten Übergabeversuch gestartet, allerdings bekam er keine Audienz beim Diktator.

Zur Erinnerung: Den mit seinem Waffenarsenal gerne drohenden Kim hatte Trump vor einem Jahr erst in einem Tweet und dann vor der UN-Vollversammlung einen "Raketenmann" genannt. Und da einige Medien - wie der US-Präsident - gelegentlich das Plakative bevorzugen, machte dieser Titel schnell Karriere. Vor allem bei jenen, die fast so alt sind wie der Papst und gerne an ihre ausgelassene Jugend vor der Stereoanlage denken: "It's lonely out in space/on such a timeless flight", heißt es im Liedtext von Bernie Taupin. Ja, das waren noch Zeiten unendlicher Weiten - und ohne Playlist.

Donald Trump, 72, war damals übrigens so Mitte 20 und wegen eines knöchernen Sporns an der Ferse gerade vom Militärdienst befreit worden. So konnte er in Ruhe die 14 000 Mietwohnungen seines Vaters übernehmen. Kim Jong-un hingegen wurde 1984 geboren, das war das Jahr, in dem auf der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Los Angeles ein Rocket-Man durchs Stadion flog. Lächerlich, in Zeiten von Minidrohnen und Flugtaxis.

So ausgefallen Trumps Idee - es wird doch keine selbst gebrannte CD sein - auch ist: Sie steht in einer guten Tradition. Manche mögen es für peinlich halten, wenn Politiker goldene Rennkamele (ein Geschenk Saudi-Arabiens an den früheren Bundespräsidenten Horst Köhler), Motorsägen (ein Geschenk des früheren Kanzlers Gerhard Schröder an US-Präsident George W. Bush) oder Stoffhunde überreicht bekommen (Geschenk des russischen Präsidenten Wladimir Putin an Angela Merkel). Doch was zählt, ist ganz allein die Absicht.

Eine super Sache also, dass Horst Seehofers Lehrvater Edmund Stoiber bei einem Besuch im Weißen Haus den US-Präsidenten einst mit einem weißen Porzellan-Elefanten überraschte ("White elephant" bezeichnet im Englischen ein teures, aber völlig nutzloses Geschenk).

Man darf also auch schon sehr gespannt sein, mit welchem Geschenk Kim Jong-un Trumps Tonträger bald erwidern wird. Als der Nordkoreaner noch in der Schweiz das Schulhaus Steinhölzli besuchte, im Jahr 1999, war zum Beispiel dieser Song im deutschsprachigen Raum ein Hit: "Maschendrahtzaun".

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