Verlierer der Fußball-EM – Andrej Arschawin

Andrej Arschawin: Der Russe Andrej Arschawin gehört zu jener Sorte Mensch, für die dieser Spruch von Robert Redford erfunden wurde: "Er verfügt über eine herrliche Arroganz, die umso herrlicher ist, weil er sie sich leisten kann." Er gönnt sich Privilegien, die sich heutzutage eigentlich kein Fußballer mehr leisten kann. Arschawin konnte. Er fährt nicht mit dem Mannschaftsbus, sondern lässt sich in einer Limousine herumfahren. Der Chauffeur muss männlich sein, schließlich schreibt er in seinem Buch 555 Fragen und Antworten über Frauen, Geld, Politik und Fußball: "Ich würde es verbieten, dass Frauen Auto fahren." Arschawin sorgte vor der EM für Aufsehen, als er für sich eine höhere Prämie forderte als für seine Kollegen. Russland schied schmachvoll aus - doch der Mittelfeldzar sagte über die Enttäuschung der Fans: "Wenn wir eure Erwartungen nicht erfüllt haben, dann ist das euer Problem." Gazprom-Chef Waleri Golubew forderte daraufhin, Arschawin aus Russland auszuweisen. Man könnte dem Dribbler aber nach der EM einen Satz des ehemaligen Fußballers Robert Pires nahelegen: "Wenn das Ego eines Menschen seine Fähigkeiten übertrifft, dann hat er ein Problem."

(jüsc)

Bild: dapd 26. Juni 2012, 10:352012-06-26 10:35:35 © SZ.de/jbe/ebc/plin