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US Open:Gehen die Schweinsteigers auf Jobsuche in New York?

Tennis: U.S. Open

Ana Ivanovic verliert gegen Denisa Allertova.

(Foto: USA Today Sports)

Ana Ivanovic scheidet bei den US Open in der ersten Runde aus. Ihr Mann könnte trotzdem noch zu ihr fliegen, ein Klub ist gar nicht so heimlich an seiner Verpflichtung interessiert.

Nein, es war kein Lüftchen zu spüren an diesem Dienstag in New York - und doch wirkte Ana Ivanovic vor ihrem Aufschlag so, als hätte der Wind den Ball nach links oder rechts oder bisweilen auch in beide Richtungen gleichzeitig gepustet. Sie suchte das Spielgerät, das sich irgendwo in den Wolken verirrt hatte, dann wollte sie es irgendwie in das Feld der Gegnerin spielen. Das gelang nicht so oft, sie verlor bei eigenem Aufschlag mehr Punkte, als die gewinnen konnte - und unterlag Denise Allertova (Tschechien) mit 6:7 (4), 1:6.

Ivanovic, 29, im Jahr 2008 immerhin French-Open-Siegerin, suchte danach auch irgendwo in den Wolken nach Antworten auf die Frage, warum sie nach Wimbledon und den Olympischen Spielen zum dritten Mal nacheinander in der ersten Runde eines Turniers gescheitert war: "Ich werde für meine harte Arbeit einfach nicht belohnt. Das muss ich akzeptieren und hinterfragen, warum das so ist und was ich anders machen kann. Ich habe vier Leute, die mit mir reisen und dafür sorgen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Als es nur einer oder zwei waren, da habe ich viel besser gespielt."

Die frühe Niederlage freilich führt auch dazu, dass die Antwort auf eine nicht minder interessante Frage weiterhin in einer trüben Wolke schwebt. Bastian Schweinsteiger nämlich, dem sie im Juli in Venedig die ewige Treue versprochen hatte, wird am Mittwochabend aus der Nationalelf verabschiedet. Schweinsteiger hat dem Fußballverein Manchester United zwar die Treue bis zum Sommer 2018 geschworen, der neue Trainer José Mourinho jedoch hat die Scheidung wegen unüberbrückbarer Differenzen eingereicht.

Ein Verbleib von Ivanovic freilich hätte dazu führen können, dass Schweinsteiger zur moralischen Unterstützung seiner Ehefrau nach New York kommt - und ganz nebenbei mit den Verantwortlichen der Profiliga MLS über einen Wechsel spricht. In New York gäbe es da ja den Fußballverein mit dem Namen Red Bulls, der gar nicht mal so heimlich daran interessiert ist, Schweinsteiger mit einem prächtig dotierten Vertrag auszustatten. Schweinsteiger müsste den MLS-Regularien zufolge ein so genannter Designated Player (DP) werden, schließlich will er für seine Treue ordentlich entlohnt werden - und das werden in dieser Liga gemeinhin nur drei Akteure pro Verein.

Der New York FC (DP sind Frank Lampard, Andrea Pirlo und David Villa) fällt deshalb für diese Saison ebenso aus wie Los Angeles Galaxy (Robbie Keane, Steven Gerrard und Giovanni Dos Santos) - die Red Bulls dagegen könnten den lediglich geliehenen Omer Damari noch während dieser Spielzeit fortschicken, um Platz zu machen für Schweinsteiger. Ein Wechsel in die MLS-Provinz nach Dallas oder Columbus oder Kansas City gilt als eher unwahrscheinlich, weshalb der Big-Apple-Klubs als aussichtsreichster Kandidat gilt.

Ivanovic versicherte zwar, dass sie sich die Verabschiedung ihres Ehemanns aus der Nationalelf im Fernsehen ansehen werde, dass es aber keine Pläne zu einem Treffen danach gäbe. "Ich kenne die Pläne nicht - lasst uns einfach mal abwarten", sagte sie und stellte nur klar, dass sie trotz der Niederlagen zuletzt ihre Karriere fortsetzen wolle. Wie Schweinsteiger. Die MLS-Teams müssen am 15. September ihren Kader für den Rest der Spielzeit festlegen. Bis dahin könnten verlässliche Informationen in den Wolken versteckt bleiben.

© Sz.de/schm
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