Suche nach neuem DFB-Präsidenten:Strafanzeige gegen Zwanziger

Lesezeit: 3 min

Am Sonntag soll es in Frankfurt bereits ein wegweisendes Treffen gegeben haben: Zwanziger, Niersbach und Staudt sollen sich ausgetauscht haben. In der 111 Jahre umfassenden DFB- Geschichte gab es bisher zehn Präsidenten; alle kamen aus dem Ehrenamt. Vor diesem Hintergrund erscheint auch ein Zweckbündnis an der Verbandsspitze denkbar.

Neu wäre das nicht. Von Oktober 2004 bis September 2006 gab es schon einmal eine Doppelspitze: Gerhard Mayer-Vorfelder war der Präsident, Theo Zwanziger geschäftsführender Präsident. Anschließend führte er alleine weiter.

Gewählt wird der Präsident auf einem DFB-Bundestag. Bei der Wahl haben die Vertreter des Amateursports ein deutliches Übergewicht, sie kommen auf 172 Stimmen. Die Vertreter des Profifußballs verfügen zusammen über 74. Der nächste turnusgemäße Bundestag stünde erst 2013 an. Dass nun ein außerordentlicher vorgezogen wird, liegt nahe. Im Frühjahr 2012 könnte es so weit sein.

Nicht als DFB-Präsident kandidieren wird Reinhard Rauball, der Chef der Deutschen Fußball-Liga. Nach einer Mitgliederversammlung der 36 Profi-Klubs an diesem Montag in Frankfurt sagte der 64-Jährige: "Ich weiß es zu schätzen, dass mich der eine oder andere ins Gespräch gebracht hat. Für mich gibt und gab es keinerlei Überlegungen in die Richtung."

Auch Uli Hoeneß winkte am gleichen Tag entschlossen ab: "Meine Position ist Präsident des FC Bayern. Da habe ich so viele Aufgaben, da verschwende ich keinen Gedanken, nach Frankfurt zu gehen." Der FC Bayern beteilige sich nicht an der Diskussion. "Von uns", so Hoeneß, "kommt sicher keiner infrage."

Theo Zwanziger, der bis 2013 in der Exekutive der europäischen Fußball-Union wirken will und bis 2015 als Exekutivmitglied des Fußball-Weltverbandes gewählt ist, hatte seinen Rückzug als DFB-Präsident damit begründet, dass er national keine Herausforderung mehr sehe. Doch es dürfte auch noch andere Gründe geben. Am Montag bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt, dass am 23. November eine Strafanzeige gegen Zwanziger eingegangen sei.

Gestellt hat sie der einstige Schiedsrichter Manfred Amerell, der dem DFB vorwirft, er habe "mehrere Personen" in dem Rechtsstreit bezahlt, den er mit dem Schiedsrichter Michael Kempter führt.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema