EM 2021:Niederlande krönen perfekte Vorrunde

Fußball EM - Nordmazedonien - Niederlande

Freude über das zwischenzeitliche 2:0. Torschütze Georginio Wijnaldum (l,) und Memphis Depay.

(Foto: dpa)

Auch in ihrem dritten Spiel daheim in Amsterdam feiern die Niederländer einen ungefährdeten Erfolg. Nach Nordmazedonien wartet nun im Achtelfinale ein Gruppendritter auf die Mitfavoriten.

Die Niederlande haben sich mit einem klaren Sieg gegen Nordmazedonien auf das EM-Achtelfinale eingestimmt. Das Team von Bondscoach Frank de Boer gewann am Montagabend in Amsterdam gegen den Turnier-Neuling mit 3:0 (1:0) und feierte damit den dritten Sieg im dritten Spiel. Schon zuvor hatte die Elftal als Gruppensieger festgestanden. Der Europameister von 1988 trifft nun am Sonntag in Budapest auf einen der vier besten Gruppendritten. Nordmazedonien blieb bei seiner EM-Premiere dagegen ohne Punkt. Im Parallelspiel bezwang Österreich Ukraine 1:0 (1:0) und zog damit als Gruppenzweiter ins Achtelfinale ein.

Vor 16 000 Zuschauern in der Amsterdam Arena brachte Memphis Depay die Niederlande vor der Pause in Führung (24. Minute). Der vom FC Liverpool zu Paris Saint-Germain wechselnde Georginio Wijnaldum baute den Vorsprung nach dem Seitenwechsel mit zwei Treffern aus (51., 58.). Bei den Nordmazedoniern feierte Fußball-Legende Goran Pandev einen emotionalen Abschied aus der Nationalmannschaft.

Obwohl es für beide Teams um nichts mehr ging, entwickelte sich ein munteres Spielchen. De Boer hatte seine Mannschaft wie zuvor angekündigt auf zwei Positionen verändert. Donyell Malen und Ryan Gravenberch begannen anstelle des Wolfsburgers Wout Weghorst und des mit Gelb vorbelasteten Marten de Roon. Ansonsten setzte de Boer auf seine beste Mannschaft, um sie im Rhythmus zu halten. 2008 hatte der damalige Trainer Marco van Basten im letzten Spiel die komplette Mannschaft ausgetauscht - kurz darauf schieden die Niederlande im Viertelfinale gegen Russland aus.

Weghorst-Ersatzmann nutzt seine Chance

Vor allem der für Weghorst ins Team gerutschte Malen nutzte seine Bewährungschance. Der auch von Borussia Dortmund umworbene Angreifer der PSV Eindhoven sorgte für viel Schwung und empfahl sich für weitere Einsätze. Die ersten auffälligen Szenen hatten allerdings die Nordmazedonier, bei denen Kapitän Pandev sein letztes Länderspiel bestritt. Von den Niederländern gab es daher vor der Partie ein Abschiedsgeschenk. Oranje-Kapitän Wijnaldum überreichte dem 37 Jahre alten Angreifer ein Trikot der Elftal mit der Nummer 122. Pandev bestritt gegen die Niederlande sein 122. Länderspiel. Er hatte vor dem Spiel angekündigt, seine Karriere im Nationalteam nach der Begegnung beenden zu wollen.

Seine Mitspieler waren offenbar gewillt, ihrer Fußball-Ikone einen würdigen Abschied zu bereiten. Doch erst hatte Ivan Trickovski Pech, dass er bei seinem Treffer knapp im Abseits stand (9.), dann traf Aleksandar Trajkovski nur den Pfosten (22.). So leichtfertig die Niederländer in der Defensive agierten, so sehr ließen sie ihre große Qualität in der Offensive aufblitzen. Vor allem Depay zeigte wenige Tage nach seinem perfekt gemachten Wechsel zum FC Barcelona eine ganz starke Leistung. Der Lohn: Wenige Minuten nach dem Pfostentreffer der Nordmazedonier brachte der Stürmerstar die Elftal auf Zuspiel von Malen in Führung. Danach hätte das Oranje-Team den Vorsprung noch vor der Pause ausbauen können, vergab aber einige gute Chancen.

Nordmazedoniens Coach Angelovski und Stürmer Pandev hören auf

Nach dem Seitenwechsel machten es die Niederländer besser. Gegen die nun kräftemäßig deutlich nachlassenden Nordmazedonier nutzte das Oranje-Team die sich bietenden Räume zu einigen schönen Kombinationen. Zwei davon schloss Wijnaldum innerhalb von sieben Minuten ab. Die Partie war damit gelaufen, dennoch hatte sie noch einen emotionalen Moment zu bieten. Als Pandev in der 68. Minute ausgewechselt wurde, bildete die komplette Mannschaft Nordmazedoniens ein Spalier, um ihre Fußball-Legende gebührend zu verabschieden.

Und auch der Nationaltrainer hört auf: Igor Angelovski hat direkt nach dem Vorrunden-Aus seinen Rücktritt erklärt. "Mein Vertrag läuft am 31. Juli aus, und danach werde ich nicht mehr Trainer sein. Ich möchte allen für die letzten fünfeinhalb Jahre danken - den Spielern, aber auch meiner Frau und meinen Kindern. An diese Momente hier werde ich mich für den Rest meines Lebens erinnern", sagte der 45-Jährige. Angelovski hatte das Team im Oktober 2015 übernommen und überraschend zur EM sowie zu einem 2:1 in der WM-Quali gegen die DFB-Auswahl im März in Duisburg geführt.

© SZ/dpa/sid/jki
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