FC Ingolstadt 04:Schanzer feiern bewegte 20 Jahre

FC Ingolstadt 04: Wie die Zeit vergeht: Dort, wo die Ingolstädter nach dem Erstliga-Aufstieg nie mehr sein wollten, wollen sie aktuell unbedingt wieder hin.

Wie die Zeit vergeht: Dort, wo die Ingolstädter nach dem Erstliga-Aufstieg nie mehr sein wollten, wollen sie aktuell unbedingt wieder hin.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

2004 schlossen sich in Ingolstadt die bis dahin rivalisierenden Vereine MTV und ESV zusammen - und schafften es mit vereinten Kräften bis in die erste Liga. Das Jubiläum wird zu einer Art Klassentreffen.

Von Christoph Leischwitz

Der FC Ingolstadt 04 erblickte genau einen Tag nach Facebook das Licht der Welt. Nun mag der Verein nicht ganz so schnell gewachsen sein wie der Methusalem der Social-Media-Netzwerke, aber für einen Fußballklub in der analogen Welt doch schnell genug. Und so rasant, dass sich am Montagabend auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zur Geburtstagsfeier einfand und in einem Interview mit Stadionsprecher Italo Mele zu verstehen gab, dass er, obwohl Club-Fan, dem oberbayerischen Konkurrenten den baldmöglichen Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga wünsche - und er dort Potenzial für noch mehr sehe. Söder hatte dem Vernehmen nach sogar die Bauern, die draußen vor dem Stadion protestierten und mit ihrem Gehupe manchen Festredner aus der Konzentration rissen, dazu bewegt, ihre Kundgebung für die Fortdauer der Feierlichkeit auszusetzen.

20 Jahre sind nicht viel, weshalb die Schanzer von gegnerischen Fans stets damit aufgezogen werden, dass ihrem Verein die Tradition fehle. Doch er ist alt genug, dass am Montagabend schon so etwas wie eine Klassentreffen-Stimmung aufkam, als sich bekannte Herren der Branche in die Arme fielen. Um nur einige der bisherigen Trainer zu nennen: Benno Möhlmann war gekommen, Stefan Leitl und Ralph Hasenhüttl, unter dem der FCI seine bislang erfolgreichste Zeit genoss: den Aufstieg in die erste Bundesliga und den anschließenden Platz elf.

Weil der Verein doch schon recht viel erlebt hat, gelang es, ein provisorisches Museum mit ausreichend Devotionalien zu gestalten. Im Rahmen der Stadion-Feierlichkeiten wurde auch noch ein ökumenisches Gebet gelesen, was dann in gewisser Weise auch die damals recht überraschende Fusion der einst rivalisierenden Vereine MTV und ESV Ingolstadt widerspiegelte - die Wurzeln des Ingolstädter Fußballs reichen also durchaus tief. "Ich bin stolz, Präsident dieses Klubs zu sein", damit schloss der Vorstandsvorsitzende Peter Jackwerth, der maßgebliche Wegbereiter des Zusammenschlusses, seine Rede und rief dann dazu auf, den Geburtstag ordentlich zu begießen.

Am Sonntag tritt Ingolstadt bei 1860 München an. Die Schanzer stehen aktuell in der dritten Liga 13 Punkte vor den Löwen und könnten mit einem Sieg ihre Aufstiegsambitionen unterstreichen. In seinen ersten beiden Dekaden spielte der Verein elf Jahre lang in der zweiten Bundesliga oder höher; die nächsten beiden sollen noch erfolgreicher werden - und der Verein sieht sich dafür gerüstet.

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