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Müller, Hummels und Boateng:Boateng geht ohne Worte zum Mannschaftsbus

Angesprochen auf die Endgültigkeit des Verzichts auf die jahrelangen Weggefährten, meinte Neuer nur: "Dazu kann ein Spieler nichts sagen, das ist die Entscheidung des Trainers." Das müsse man "so hinnehmen". Sichtlich bemüht manövrierte sich der Torhüter durch die fußballpolitisch unruhigen Gewässer, in denen ihm als Kapitän des FC Bayern und der Nationalmannschaft eine besonders knifflige Rolle zukommt.

Wo Neuer sich um Diplomatie bemühte, verbarg Kimmich seine Gefühlswelt kaum. "Das schüttelt man nicht so einfach ab. Ich bin selber Nationalspieler und weiß, wie besonders es ist, für Deutschland zu spielen. So ist es bei den dreien auch", sagte Kimmich. Er kenne die DFB-Elf aus seiner Jugend nur mit dem Stürmer und den beiden Verteidigern. "Die letzten zehn Jahre haben sie das Team geprägt, uns zum Weltmeister gemacht."

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Der Bayern-Spieler äußert sich zum Rauswurf seiner Teamkollegen Hummels, Müller und Boateng. Seiner Meinung nach ist keiner "zu alt, um Nationalmannschaft zu spielen".

Leon Goretzka schwärmte: "Ich verspüre nicht nur als Fußballer, sondern generell als Deutscher, eine unheimliche Dankbarkeit für die Drei, weil sie mir unheimlich viele schöne Stunden bereitet haben, auch als Fan der deutschen Nationalmannschaft, und den WM-Titel geholt haben für uns alle. Wenn ich daran zurückdenke, bekomme ich jetzt noch eine Gänsehaut."

Die drei Weltmeister selbst ließen an diesem Tag die anderen reden zu diesem Thema. Auf dem Rasen hatten sie schon gezeigt, "was sie drauf haben" (Kimmich). Thomas Müller hatte ein Tor gegen die Wolfsburger geschossen und eines aufgelegt, Hummels und Boateng problemlos die Null verteidigt. Müller verkündete mit einem schelmischen Grinsen: "Ich habe einen schönen Spieltag erlebt." Hummels wünschte nur einen schönen Abend, und Boateng ging ohne Worte zum Mannschaftsbus. Es war alles gesagt.

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