FC Barcelona Spanien sehnt den Eintritt in die Moderne herbei

Umso deutlicher waren hernach die Erinnerungen an eine Barça-Partie, die Iglesias in der vergangenen Saison geleitet hatte. Beim FC Villarreal hatte Iglesisas Barça zwei klare Handelfmeter verweigert, die den Katalanen wohl zum Sieg verholfen hätten. Sein Kollege Alejandro Hernández wiederum übersah bei der Partie, die Barça bei Betis Sevilla austrug, ein Tor, das ähnlich deutlich war wie der Treffer vom Samstag. Seinerzeit schlug ein Betis-Verteidiger den Ball zurück, als er ebenfalls deutlich erkennbar die Linie überschritten hatte, und auch diese Partie endete unentschieden. "Vielleicht haben wir damals deswegen die Meisterschaft verloren", sagte Alba am Sonntag. Am Ende hatte Barcelona nämlich 90 Punkte, genau drei weniger als der spätere Meister Real Madrid.

Der Raub an Messi vom Sonntag führte zu einer Neuauflage alter Diskussionen. Denn: Spaniens LFP ist die einzige der großen nationalen Ligen Europas, die auf technische Hilfsmittel verzichtet. Die Torlinientechnik wurde verworfen, "zu teuer", hieß es offiziell. Zur nächsten Saison will die LFP den Videoassistenten einführen. Ungeachtet der Debatten, die aus Deutschland herüberschwappen und große Beachtung gefunden haben, sehnen die Protagonisten des Spiels Spaniens überfälligen Eintritt in die Moderne herbei.

"Es wäre ideal, den Videoassistenten zu haben", sagte Barça-Kapitän Andrés Iniesta, Spaniens WM-Finalheld von 2010. Sein Trainer Ernesto Valverde war zwar auch sauer, bewies aber Größe. Er erinnerte daran, dass seinem Team gegen Málaga ein Tor zuerkannt wurde, das nie hätte zählen dürfen: Der Ball war vor dem entscheidenden Pass im Toraus gewesen. Drei Spannen weit, ungefähr.

Bundesliga War das jetzt eine klare Fehlentscheidung? Bilder

Videobeweis in der Bundesliga

War das jetzt eine klare Fehlentscheidung?

Wann der Video-Assistent in ein Spiel eingreifen darf, ist oft schwer zu sagen. Diese sechs umstrittenen Szenen sollen Klarheit schaffen.