Videobeweis in der BundesligaWar das jetzt eine klare Fehlentscheidung?

Wann der Video-Assistent in ein Spiel eingreifen darf, ist oft schwer zu sagen. Diese sechs umstrittenen Szenen sollen Klarheit schaffen.

Von Johannes Aumüller

Zwölf Spieltage hat die Bundesliga bisher absolviert - und keiner verging ohne Aufregung um den Videoassistenten. Eine Kernfrage lautet: Wann darf der Assistent eingreifen, der das Spiel parallel auf einem Monitor in einem Schaltraum in Köln verfolgt? Die formale Vorgabe klingt recht klar. Demnach ist es nur in vier Situationen (Tor, Elfmeter, Rote Karte, Spielerverwechslung) der Fall - und nur nach "klaren Fehlern". Doch was ist das, ein "klarer Fehler"? Gemäß dem offiziellen Protokoll liegt ein "klarer Fehler" vor, wenn der Schiedsrichter "seine Entscheidung nach Betrachtung des Bildmaterials unverzüglich ändern würde", heißt es inzwischen beim DFB. Lutz-Michael Fröhlich, Schiedsrichter-Chef und Leiter des Video-Projektes, ist sich aber im Klaren, dass diese Frage Liga und Beobachter bisweilen verunsichert. Aber er wirbt auch um Verständnis, dass sie in manchen Szenen eben nur schwer zu beantworten sei. Deswegen versucht der Verband gerade, Verständnis dafür zu schaffen, wann der Assistent eingreifen soll und wann nicht. Unter der Woche lud er zu einer Pressekonferenz ein, in der nächsten Woche gibt es einen Termin mit den Vereinen. Aus den Beispielen, die Fröhlich dort vorträgt, ergeben sich für die folgenden Spieltage Anhaltspunkte, was für die Schiedsrichter-Bosse ein "klarer Fehler" ist.

Bild: dpa 24. November 2017, 12:372017-11-24 12:37:01 © SZ.de/sonn/jab