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DFB-Niederlage in Irland:Der schwere letzte Schritt

Mats Hummels (v.l.), Kevin Volland und André Schürrle.

(Foto: Mats Hummels/AP)

Und dann war es wieder ein langer Ball, der Mats Hummels so schwer zusetzte. Diesmal kam er - anders als beim 1:5 der Dortmunder beim FC Bayern - nicht von Jérôme Boateng; der Abwehrspieler stand ja nun an Hummels Seite in der DFB-Verteidigung, als Irlands Torwart Randolph den Ball nach vorne drosch. Hummels, Boateng und der Kölner Hector sahen nicht gut aus, wie aus dem Nichts stand Shane Long da und traf zur Führung für die Iren, deren Fans das 1:0 (70.) gegen den Weltmeister feierten, als hätten die Boys in Green gerade selbst einen Titel gewonnen. Immerhin haben sie die vorzeitige Qualifikation der deutschen Auswahl für die EM 2016 verhindert und selbst wieder Chancen auf die direkte Teilnahme.

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Dabei waren noch eine Viertelstunde vor Anpfiff weite Teile der Haupttribüne im Stadion an der Lansdowne Road unbesetzt - ob's damit zu tun hatte, dass das Stadion direkt in einem Wohngebiet liegt und viele Iren noch im Pub waren? Die meisten schafften es so gerade bis zum Anpfiff auf ihre Plätze und fragten sich zunächst einmal, ob sie einem anderen Spiel beiwohnten: Bei den Iren stand ein Spieler mit einem Turbanverband auf dem Feld, wie man ihn vom Rugby kennt; der Innenverteidiger Keogh hatte sich kämpferisch eingeschworen auf das Duell.

Bastian Schweinsteiger in der Zuschauerrolle

In der Zuschauerrolle fand sich Bastian Schweinsteiger wieder, er saß direkt hinter Bundestrainer Joachim Löw. Der deutsche Kapitän hatte sich im Abschlusstraining eine Verhärtung im Adduktorenmuskel zugezogen, teilte der DFB eine Stunde vor Beginn der Partie mit, aber irgendwie hat man bei Schweinsteiger ja ohnehin den Eindruck, dass es in dieser Saison, im Klub wie bei der Nationalmannschaft, zuvorderst darum geht, irgendwie Herbst, Winter und Frühjahr zu überstehen, um dann im Sommer bei der Europameisterschaft die Mannschaft anführen zu können.

Sein Ausfall in Dublin sollte zu verschmerzen sein, dachte man, schließlich ging es für den Tabellenersten der Gruppe D doch vor allem um die Frage, ob die Qualifikation für die EM schon in diesem Spiel glücken sollte, wofür ein Unentschieden gereicht hätte, oder erst am Sonntag bei der letzten Partie in Leipzig. So kommt es nun: Nach dem 0:1 in Irland sollte sich die deutsche Auswahl gegen Georgien keine weitere Niederlage leisten, will sie sich direkt qualifizieren. Ein Punkt allerdings reicht aus.

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Der Stürmer schießt beim 2:2 in Schottland beide Tore für seine Mannschaft - eines davon in der fünften Minute der Nachspielzeit. Deutschlands kommender Gegner Georgien schlägt Gibraltar.

Trotzdem: Es droht eine Zitterpartie. "Es war eine unerwartete und auch völlig unnötige Niederlage", sagte Joachim Löw, denn: "Wir haben aus der Überlegenheit nichts gemacht, die letzte Konsequenz hat gefehlt. Und wir machen einen einzigen Fehler und verlieren dann." Dabei hatte der Bundestrainer "immer wieder gesagt, dass die Iren lange Bälle spielen". Die deutschen Verteidiger aber hatten nicht gut hingehört. Hummels, offenbar eingeschüchtert von der Kritik auf seinen Motzki-Auftritt nach dem 1:5 von München, als er die Mitspieler attackierte, nahm die Schuld auf sich: "Ich schalte da zu spät." Löw widersprach: "Es betrifft alle!" Für Schweinsteiger, der wohl auch am Sonntag fehlen wird, spielte Marco Reus im Mittelfeld. Und auch von der zweiten Umstellung, die Löw im Vergleich zum 3:2 in Schottland vornahm, profitierte ein Dortmunder: Matthias Ginter übernahm den Platz von Emre Can.

Das DFB-Team übte von Beginn an mächtig Druck aus, lag aber schnell hinten - im Fernduell um den ersten Gruppenplatz ging Polen in Schottland schon in der dritten Minute in Führung, natürlich durch den Münchner Dauertorschützen Robert Lewandowski.