Dominanz in der Bundesliga:"Du musst auch mal was machen"

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Beim 1:0 und 3:0 schossen Rafinha und Xherdan Shaqiri seelenruhig den Ball über alle Gegner hinweg, von denen sich trotz ihre Vielzahl niemand aufraffte, Robert Lewandowski zu folgen, der zweimal gekonnt vollendete. Dazwischen nutzte Arjen Robben einen fürchterlichen Fehlpass von Felipe zum 2:0. Robben erhöhte zum Schluss nach einem seiner zahlreichen Tempodribblings auf 4:0, um später den Gegnern einen gut gemeinten Rat zu geben: "Das zeigt auch den anderen Mannschaften, dass es nicht gut ist, nur zu verteidigen. Du musst auch mal was machen."

Aber was tun gegen diese Bayern, die schon wieder so Playstation-gleich herumpassen, technisch alle fehlerlos agieren und vor allem athletisch den Gegnern weit voraus sind? Die Münchner Spieler waren einfach schneller, beweglicher, dynamischer als die Gegner, die über 90 Minuten hinten in den Seilen hingen und hofften, dass der nächste Schlag nicht allzu fest sein würde.

Die Lehren dieses Spiels: Robben dribbelt in einer eigenen Liga, Robert Lewandowski hat sich nach seinem Wechsel akklimatisiert, Philipp Lahm und Xabi Alonso dominieren das Mittelfeld und Manuel Neuer hält zur Not gegen frei auf ihn zulaufende Stürmer wie Sobiech kurz vor der Pause.

Motivationsrede in eigener Sache

Dabei hatte der Zweifler Pep Guardiola angekündigt, erst im Winter wieder eine Mannschaft in Topverfassung präsentieren zu können. Nun musste er schon eine Motivationsrede in eigener Sache halten. "Es ist Oktober", erklärte er, "es wäre langweilig, wenn der Trainer jetzt schon denkt: Alles ist top, alle sind fit. Man kann es immer besser machen." Das Zurücklehnen liegt dem Katalanen nicht. Zu beobachten auch diesmal wieder, wenn er selbst kleine Misslichkeiten sofort gestikulierend an der Seitenlinie monierte.

Nach dem Spielende mahnte er an, dass seine Mannschaft zu viel laufe. Während praktisch alle Bundesliga-Kollegen enorme Laufbereitschaft von ihren Spielern einfordern und von Datenanbietern Kilometer gezählt werden als Indiz der Stärke, fordert Guardiola gekonntes Positionsspiel statt wildem Gerenne: "Wir laufen immer viel, aber das Konzept ist nicht laufen. Du hast nicht gut gespielt, wenn du viel gelaufen bist. Forget laufen, stay in position." Und er führte aus: "Vier Tore sind okay. Ich hoffe, dass wir in Zukunft noch mehr Tore schießen."

Angesichts solcher Probleme kann der Bundesliga-Rest aufgeben. Oder, Herr Korkut? "Ich hatte keine weiße Fahne dabei, auch kein weißes Taschentuch. Es wird Mannschaften geben, die den FC Bayern mehr fordern können als wir heute." Da könnte Hannovers Trainer Recht behalten. Ob die Kollegen daraus Hoffnung schöpfen, ist dennoch fraglich.

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