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DFB-Kader:Fröhliches EM-Maskottchen?

"Er hat für die Mannschaft immer noch einen sportlichen Wert, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen", sagte der Bundestrainer. Er könne die Leistung bringen, die die Trainer von ihm erwarten. Zudem sei Podolski "eine Persönlichkeit, die einer Mannschaft viel geben kann". Letzteres bestätigt die Spötter, die in dem Herzens-Kölner mit dem fröhlichen Gemüt mehr ein EM-Maskottchen sehen als einen Spieler, der den Deutschen zum vierten EM-Titel verhelfen könne.

Doch mit diesen Spöttern hat Löw einen grundlegenden Disput. Denn er stelle so einen Turnier-Kader nicht allein nach sportlichen Kriterien zusammen, sondern lege auch viel Wert auf einen Beitrag für die Gemeinschaft. Bei der WM in Brasilien hatten fünf Profis gar keinen Einsatz (Weidenfeller, Zieler, Durm, Ginter, Großkreutz), andere standen nur kurz auf dem Platz (Draxler, Kramer, Podolski). Ein guter Geist, eine gute Stimmung hält das Bundestrainer-Team für enorm wichtig, um bei einem Turnier voran zu kommen. "Das Kollektiv ist wichtiger als der Einzelne", erklärte Löw.

Umso erstaunlicher, dass viele dieser WM-Stimmungshelden diesmal fehlen. Zum Beispiel die Dortmunder Erik Durm und Matthias Ginter. Auch der Leverkusener Christoph Kramer. Am Dienstagvormittag telefonierten die Trainer durch das Fußballland und erklärten ihre Absagen. Darunter waren vermutlich auch Jonathan Tah (Leverkusen), André Hahn, Mahmoud Dahoud (Gladbach), Kevin Volland (Hoffenheim), Leon Goretzka (Schalke) oder Gonzalo Castro (Dortmund).

"Mein größter Respekt gilt den Spielern, die ich heute Morgen angerufen habe, um ihnen zu sagen, dass sie nicht dabei sind. Man spürt die Enttäuschung", erklärte Löw. Beim Wolfsburger Max Kruse musste er wohl nicht mehr anrufen, dessen Eskapaden quittierte Löw vor den vergangenen Testspielen mit einem Rauswurf.

© SZ.de/jbe/rus

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