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Juventus gegen Lyon:In Paris locken ihn Neymar und Mbappé

Geht er, wenn Juve ausscheidet?

Ronaldos Vertrag läuft noch bis Sommer 2022. Mit angeblich 30 Millionen Euro Nettogehalt ist der Vertrag sehr üppig bemessen, Ronaldo ist jetzt ja auch schon 35 Jahre alt. Doch das ist natürlich kein Alter für einen wie ihn, für einen, der wie besessen trainiert und jedes überflüssige Gramm Körperfett für eine unzulässige Konzession an die Normalität hält. Es stecken noch einige Jahre Toptop in ihm drin, davon ist er überzeugt, und wenn man so liest, was aus Frankreich gerade so über ihn kolportiert wird, dann will er diese Jahre auf keinen Fall verspielen.

"Gefangen, einsam und unverstanden", fühle sich Ronaldo in Turin, schreibt das Heft France Football, das in normalen Jahren den Goldenen Ball für den weltbesten Fußballer vergibt. Fünfmal hat es den Portugiesen schon damit bedacht, was natürlich mindestens einmal zu wenig ist: Messi hat sechs Bälle zu Hause. Trophäen, kollektive und individuelle, sind Ronaldos Motor, das hat er oft genug gesagt. Nun wurde er nicht mal zum besten Saisonspieler der Serie A gewählt, geehrt wurde sein argentinischer Sturmpartner Paulo Dybala.

Bei France Football kennen sie ihn gut, er gibt ihnen ab und zu Exklusivinterviews, es ist ein Geben und Nehmen. Offenbar ist es also so, dass CR7 nicht sehr glücklich ist in Turin. Turin sei nun mal nicht Madrid, soll er gesagt haben, die Stadt sei versteckt "hinter den Bergen". Die Serie A sei auch nicht die Premier League. Und Juve sei "ja vielleicht" ein großer Verein, die Elf aber habe nicht sein Format, nicht das Niveau des Besten. Ronaldo soll mit der Idee spielen, nach Paris zu wechseln, zu PSG, um dort einen Sturm zu formen mit Neymar, seinem brasilianischen Freund, und mit Kylian Mbappé, von dem er eine ganze Menge hält. "CR7 - Paris im Kopf", titelt France Football. Eine Träumerei?

Für die katarischen Besitzer von PSG wäre die Investition keine so große Sache, zumal jetzt nicht, da das Financial Fairplay der Uefa auch seine letzten Zähne verloren zu haben scheint. In Paris leben viele Portugiesen, der Prinzenpark bräuchte nicht extra erobert werden. Und die Aussicht, dann einmal Meister in den vier großen Ligen Europas geworden zu sein, wäre auch ein hübscher Antrieb. Das hat noch keiner geschafft.

Alles hängt an der Nacht des Tenors. Dafür hat man ihn geholt, schön soll er singen, alle hohen Töne treffen. Und das Tor, möglichst mehrmals.

© SZ vom 07.08.2020/jbe
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