Bundesliga:Schiedsrichter Gräfe verklagt den DFB

Bundesliga - Borussia Moenchengladbach v Borussia Dortmund

Wird wegen der zwangsweisen Beendigung seiner aktiven Laufbahn juristisch gegen den DFB vorgehen: Schiedsrichter Manuel Gräfe.

(Foto: Wolfgang Rattay/Reuters)

Der ehemalige Referee kündigt wegen Altersdiskriminierung rechtliche Schritte an. Zverev erreicht in Wimbledon die dritte Runde. BVB-Boss Watze fordert vehement Zuschauer-Rückkehr in der Bundesliga.

Meldungen im Überblick

Bundesliga, Schiedsrichter: Der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe geht juristisch gegen den Deutschen Fußball-Bund vor. "Ich verklage den DFB wegen Altersdiskriminierung", kündigte Gräfe in einem Interview des Zeit Magazin an. "Der DFB nimmt mir das, was mir Freude macht. Natürlich gibt es auch finanzielle Verluste, ich werde versuchen, wenigstens diese geltend zu machen."

Gräfe musste seine Karriere am Ende der vergangenen Saison trotz sehr guter Leistungen beenden, weil er die vom DFB festgesetzte Altersgrenze von 47 Jahren erreicht hat. "Ich hätte gerne weitergemacht. Meinen Füßen, Knien und der Hüfte geht es gut. Aber der DFB pocht auf eine uralte Richtlinie", beklagte der Berliner und betonte: "Ich fühle mich, als könnte ich bis 50 pfeifen oder länger."

Vor Gericht wolle er für die gesamte Schiedsrichtergilde kämpfen, da die Regel auch andere Kollegen betreffe und sogar für die unteren Spielklassen gravierende Folgen habe. Gräfe, der von vielen Trainern und Spielern mit Lob verabschiedet worden war, stellte aber klar: "Ich selbst werde nicht mehr pfeifen, auch wenn ich mit meiner Klage Erfolg haben sollte."

Bundesliga, Covid: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat sich trotz anhaltender Corona-Pandemie mit deutlichen Worten für vollere Fußball-Arenen stark gemacht. "Warum soll ein Stadion nicht ausverkauft sein nur mit Geimpften? Wo ist das Problem? Was ist eigentlich, wenn die ersten Geimpften klagen, warum sie nicht ins Stadion dürfen? Darüber macht sich keiner Gedanken", sagte der BVB-Geschäftsführer am Donnerstag in Dortmund. Am Rande der Vorstellung von Trainer Marco Rose warnte Watzke vor "permanenter Panik": "Wenn wir nicht bereit sind, das irgendwann wieder zuzulassen, müssen wir sagen: Okay, wir ergeben uns Covid-19. Dann werden wir nie mehr unser altes Leben zurückkriegen. Oder glaubt irgendeiner von euch, dass die nächsten Jahre kein Covid-Fall mehr auftritt? Dann können wir auch glauben, dass es keine Grippe mehr gibt. Vielleicht auch kein Weihnachten mehr." Watzke verwies auf die positive Entwicklung bei den Corona-Zahlen mit sinkenden Infizierten-Zahlen und steigender Impfquote. Der 62-Jährige beklagte, "dass wir jetzt bei einer Inzidenz von fünf schon wieder so tun als wenn die Welt untergeht". Zum Saisonstart Mitte August rechnet Watzke damit, dass die knapp über 80 000 Zuschauer fassende heimische Arena zu einem Drittel gefüllt sein wird. "Darauf richten wir uns im ersten Schritt ein", sagte er.

Tennis, Wimbledon: Alexander Zverev hat in Wimbledon mühelos die dritte Runde erreicht. Deutschlands Topspieler gewann gegen Tennys Sandgren (USA) mit 7:5, 6:2, 6:3 und trifft nun auf den Sieger des US-Duells zwischen Taylor Fritz und Steve Johnson. Zverev konnte sich gegen den 29-jährigen Sandgren von Beginn an auf seinen Aufschlag verlassen. Bereits im ersten Satz schlug der 24-jährige Hamburger neun Asse, am Ende waren es insgesamt 13. Zverev hatte einen guten Rhythmus, rückte öfter ans Netz vor und überzeugte mit einer variantenreichen Spielweise. Im ersten Durchgang hielt Sandgren noch relativ gut mit, ehe er im elften Spiel seinen Aufschlag zum 6:5 für Zverev abgeben musste. Der nutzte die Vorlage und verwandelte nach 40 Minuten seinen ersten Satzball zum 7:5.

Im zweiten Satz ermöglichte Sandgren, Nummer 68 der Welt, seinem Gegner durch eigene Fehler viele einfache Punkte. Nach zwei Breaks zum 2:1 und 4:1 machte Zverev nach 70 Minuten mit dem Punkt zum 6:2 die 2:0-Satzführung perfekt. Einziger Aufreger bis zu dem Zeitpunkt: Sandgren fiel mehrfach der Ball für den zweiten Aufschlag aus der Hosentasche. Im dritten Satz wehrte sich Sandgren nach Kräften, hatte aber Zverevs wuchtigem Spiel nichts mehr entgegenzusetzen. Das schnelle Break zum 2:1 brachte der Weltranglistensechste problemlos über die Zeit, nach 1:45 Stunden verwandelte Zverev seinen ersten Matchball.

Für Andrea Petkovic ist Wimbledon dagegen beendet. Die einstige Top-Ten-Spielerin aus Darmstadt verlor in der zweiten Runde 5:7, 4:6 gegen French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova aus Tschechien. Für die 17. der Weltrangliste war es bereits der 14. Sieg nacheinander. Petkovic hielt im ersten Satz bis zum 5:5 stark dagegen, dann unterliefen der 33-Jährigen aber zu viele Fehler. Nach dem Aufschlagverlust zum 5:6 besaß sie die Chance, Krejcikova ihrerseits sofort das Service abzunehmen, konnte ihre Möglichkeiten aber nicht nutzen. Die momentan auf Platz 130 der Weltrangliste eingestufte Petkovic wandelte im zweiten Satz einen 1:3-Rückstand in eine 4:3-Führung um und ärgerte sich umso mehr, als sie zum 4:5 wieder ihren Aufschlag verlor. Die insgesamt solider agierende Krejcikova beendete kurz darauf nach 1:20 Stunden die Begegnung.

Radsport, Tour de France: Die Organisation der Tour de France hat ihre Anzeige gegen die Zuschauerin zurückgezogen, die auf der ersten Etappe einen Massensturz ausgelöst hatte. Der stellvertretende Renndirektor Pierre-Yves Thouault sagte der L'Équipe am Donnerstag, dass dies aufgrund des Medienrummels geschehen sei. "Die Aufmerksamkeit sollte den Fahrern gehören, nicht den Zuschauern", sagte Thouault. Die Frau hatte auf dem ersten Teilstück ein Pappschild auf die Strecke gehalten und damit unabsichtlich einen Massensturz ausgelöst.

Am Mittwoch hatte sich die 30 Jahre alte Französin bei der Polizei gestellt. Die Polizei hatte zudem die Wohnung der Frau durchsucht. Am Donnerstag sollte sie im Verlauf des Tages wieder freigelassen werden. Maximal droht ihr eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren sowie eine Geldstrafe in Höhe von 30 000 Euro. Dafür müsste ihr aber nachgewiesen werden, das Leben von anderen Personen gefährdet zu haben.

Bundesliga, BVB: Der Wechsel des englischen Fußball-Nationalspielers Jadon Sancho von Borussia Dortmund zu Manchester United ist quasi perfekt. Der BVB bestätigte am Donnerstag eine "grundsätzlich Einigung" beider Klubs. Der englische Topklub werde eine "fixe Transferentschädigung in Höhe von 85,0 Millionen EUR zahlen", heißt es in einer adhoc-Mitteilung des börsennotierten Klubs. Inklusive Bonuszahlungen soll der englische Rekordmeister für den 21 Jahre alten Außenbahnspieler angeblich sogar bis zu 95 Millionen Euro zahlen. Dem Vernehmen nach erhält Sancho einen Fünfjahresvertrag beim Team von Old Trafford.

Der Transfer von Sancho ist damit einer der teuersten in der Bundesliga-Geschichte. Die 100-Millionen-Grenze knackte nur der Franzose Ousmane Dembele, der 2017 für 105 Millionen Euro (plus Boni bis 42 Millionen) vom BVB zum FC Barcelona wechselte. Nationalspieler Kai Havertz wechselte im vergangenen Sommer für 80 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum FC Chelsea. Die Ablöse kann sich allerdings durch Bonuszahlungen noch weiter erhöhen. Sanchos Vertrag in Dortmund hatte noch eine Gültigkeit bis zum 30. Juni 2023. Bei der EM-Endrunde kam Sancho bislang allerdings nur sechs Minuten zum Einsatz, auch den Sieg gegen Deutschland im Achtelfinale (2:0) errang England ohne Sanchos Hilfe.

Olympia, Basketball: Die deutschen Basketballer dürfen sich beim olympischen Qualifikationsturnier in ihrem letzten Gruppenspiel gegen Russland an diesem Donnerstag (16.30 Uhr/Magentasport) eine Niederlage mit sechs Punkten erlauben, um trotzdem das Halbfinale zu erreichen. Am Mittwoch waren alle Beteiligten noch davon ausgegangen, dass auch eine Niederlage mit sieben Zählern reichen würde, auch die FIBA hatte dies auf ihrer Homepage publiziert. Am Donnerstag korrigierte der Weltverband wenige Stunden vor Spielbeginn aber seine Angaben. Mexiko hat in der Gruppe A das Weiterkommen bereits sicher. Nur der Sieger des Turniers in Split mit sechs Teams qualifiziert sich für Olympia.

Tennis, Wimbledon: Durch eine Fünf-Satz-Niederlage gegen den zweimaligen Sieger Andy Murray ist der deutsche Tennisprofi Oscar Otte in der zweiten Runde in Wimbledon ausgeschieden. Der 27 Jahre alte Kölner verlor am Mittwoch in London auf dem Centre Court trotz starker Leistung 3:6, 6:4, 6:4, 4:6, 2:6 gegen den 34-jährigen Schotten. Otte hatte sich über die Qualifikation erstmals in das Hauptfeld des auf Rasen ausgetragenen Grand-Slam-Turniers gespielt. Zuvor war Dominik Koepfer erstmals in Wimbledon in die dritte Runde eingezogen. Der Weltranglisten-62. besiegte Kwon Soon Woo aus Südkorea nach fast vier Stunden Spielzeit 6:3, 6:7 (8:10), 7:6 (7:2), 5:7, 6:3. An diesem Donnerstag trifft der Hamburger Alexander Zverev auf den Amerikaner Tennys Sandgren. Bei den Damen wollen dann Angelique Kerber und Andrea Petkovic das Weiterkommen unter die letzten 32 schaffen. Insgesamt waren elf deutsche Profis in das auf Rasen ausgetragene Grand-Slam-Turnier gestartet.

Basketball, NBA: Angeführt von Altstar Chris Paul haben die Phoenix Suns zum dritten Mal in ihrer Geschichte die Finals der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA erreicht. Der 36-Jährige steuerte 41 Punkte zum klaren 130:103 bei den Los Angeles Clippers bei. Damit setzten sich die Suns, die noch nie die Meisterschaft gewonnen haben, in der Final-Serie im Westen mit 4:2 durch. Die vor der Saison hochgehandelten Clippers, die ohne ihren verletzten Kawhi Leonard auskommen mussten, warten weiter auf ihre erste Teilnahme an den Finals. Phoenix trifft in der Endspiel-Serie auf die Milwaukee Bucks oder die Atlanta Hawks. Im Duell um den Gewinn der Eastern-Conference steht es 2:2. "Das fühlt sich verdammt gut an", sagte Paul, der zum ersten Mal in den Finals steht: "Und das nach 16 Jahren mit harter Arbeit, vielen Operationen und schweren Niederlagen."

Fußball, England: Nuno Espírito Santo ist neuer Chefcoach des Premier-League-Clubs Tottenham Hotspur. Wie der englische Fußballverein am Mittwoch bekanntgab, erhielt der 47-Jährige einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2023. Der Portugiese hatte nach vier Jahren die Wolverhampton Wanderers einvernehmlich verlassen und tritt die Nachfolge des beurlaubten José Mourinho an. Dazwischen fungierte Ryan Mason als Interimscoach bei den Spurs. Santo, der als Spieler mit dem FC Porto einmal die Champions League gewann, trainierte zuvor unter anderen den FC Valencia und FC Porto. "Ich bin glücklich und freue mich auf den Arbeitsbeginn. Wir haben keine Zeit zu verlieren und müssen sofort mit der Arbeit beginnen", sagte Santo. Tottenham hatte die abgelaufene Saison als Tabellensiebter beendet.

Radsport, Tour de France: Titelverteidiger Tadej Pogacar hat das erste Einzelzeitfahren der 108. Tour de France souverän gewonnen und damit seine Favoritenstellung untermauert. Der Slowene benötigte am Mittwoch für die 27,2 Kilometer von Changé nach Laval 32:00,83 Minuten und verwies den Schweizer Europameister Stefan Küng mit deutlichem Vorsprung auf den zweiten Platz. Das Gelbe Trikot trägt aber weiterhin Cross-Weltmeister Mathieu van der Poel (Niederlande), der rund eine halbe Minute auf Pogacar verlor.

Pogacar fuhr bei seinem Sieg 44 Sekunden schneller als sein Rivale Primoz Roglic, der allerdings noch von seinen Sturzverletzungen beeinträchtigt war. Der britische Ex-Sieger Geraint Thomas enttäuschte mit über einer Minute Rückstand. Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin ging nach seinen Stürzen nicht ans Limit und begnügte sich mit einer Zeit von 35:34 Minuten. Am Donnerstag wird die Tour mit der sechsten Etappe über 160,6 Kilometern zwischen Tours und Chateauroux fortgesetzt. Dabei könnten wieder die Sprinter zum Zug kommen.

© SZ/sid/dpa/bek/cch
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