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Bundesliga:Auch Douglas Costa enttäuscht weiter

So wurde es nur in begrenztem Maße jene Partie, die es bei Ansicht der Aufstellung hätte werden sollen: Nur selten wurde die mögliche Zukunft des FC Bayern sichtbar. Der Zentrale mit Renato Sanches, 19, und Joshua Kimmich, 22, gelang es nie, Autorität zu entwickeln, auch der zuletzt umstrittene Flügelspieler Douglas Costa verzichtete auf Werbung in eigener Sache. Allein Juan Bernat wies gelegentlich überzeugend darauf hin, dass er übrigens auch noch da ist. Sein hübsches Dribbeltor schuf einen kleinen spanischen Moment.

Aber gerade wegen seiner sehr mäßigen Intensität schaffte es dieses Spiel, für etwas zu stehen. Es ließ schon mal erahnen, was für eine Herausforderung der anstehende bayerische Umbruch werden könnte. Die Spielintelligenz, die im Höchstmaß die scheidenden Philipp Lahm und Xabi Alonso garantieren, dürfte diese Elf nicht so schnell ersetzen können, auf gar keinen Fall durch Renato Sanches, der selbst an guten Tagen eine völlig andere, extrem physische Art von Fußball bevorzugt.

Und nebenbei lenkt Sanches' spezieller Stil den Blick auf jenen Mann, der diesen Umbruch fachlich zu begleiten hat: auf Trainer Carlo Ancelotti, der bislang eher nicht als Talentausbilder auffällig wurde. Gerade Sanches ist ein Spieler, dessen rohe Kräfte gebändigt und gelenkt gehören, damit von jenem wilden Spektakel, das er bei der EM verkörperte, nicht nur die Wildheit übrig bleibt.

Zuletzt war zu hören, dass Klubs wie AS Monaco oder Olympique Marseille den jungen Sanches gerne ausleihen würden, aber bisher gibt es von Bayern kein Signal, dass sie das für eine gute Idee halten. Was nicht bedeutet, dass Sanches künftig häufiger spielt: Fürs Mittelfeld haben die Bayern den Hoffenheimer Sebastian Rudy verpflichtet, und wenn man sie nach ihrem Interesse am Schalker Mittelfeldspieler Leon Goretzka befragt, dann schweigen sie so beredt, dass das wahrscheinlich auch kein gutes Zeichen für Renato Sanches ist.

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