Leverkusen in der Champions League Brandt besorgt das ultimative Schmankerl

Julian Brandt beim 3:1 für Leverkusen. Der Verein hofft, den Offensivspieler für die nächste Saison zu halten, Brandt selbst wollte sich noch nicht äußern.

(Foto: Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images)
  • Bayer Leverkusen schafft es mit einem 5:1 zum Saisonabschluss gegen Hertha BSC in die Champions League.
  • Die Mannschaft wirkt unter Trainer Peter Bosz gefestigt.
  • Im Verein glaubt man nun sogar daran, Spieler wie Julian Brandt halten zu können.
Von Javier Cáceres, Berlin

Lukas Hradecky, der Torwart von Bayer Leverkusen, ist Finne, aber der deutschen Sprache auch in kleineren Details mächtig. "Das war eine geile Rückrunde", sagte er, nach dem seine Mannschaft in Berlin nicht nur mit 5:1 gesiegt, sondern mit einem grandiosen Schlussspurt unter dem zur Jahreswende installierten Trainer Peter Bosz auch den Weg in die Champions League gefunden hatte. Am letzten Spieltag schob sich Leverkusen erstmals in dieser Saison auf den vierten Platz - und fing damit Borussia Mönchengladbach ab. "Wenn ich ehrlich bin, war das vor vier fünf Wochen nicht abzusehen, dass wir so stark zurückkommen", sagte Leverkusens Manager Rudi Völler. "Aber das haben wir uns erarbeitet in den letzten Spielen. Wir sind total glücklich". Trainer Bosz äußerte sich ähnlich: Er sei "total stolz" auf seine Jungs.

Das Spiel in Berlin taugte dazu, zu verstehen, wie Leverkusen sich unter die vier besten Teams der Bundesliga gemischt hat: Die Rheinländer dominierten die Partie mit einem ausgesucht eleganten, fein abgestimmten Kurzpassspiel - ganz nach Bosz' Gusto, der die Leverkusener zum Jahreswechsel mit 24 Punkten und auf dem neunten Tabellenplatz übernommen hatte. Mit dem Österreicher Julian Baumgartlinger, dem Chilenen Charles Aránguiz und vor allem Nationalspieler Julian Brandt beherrschte Leverkusen das Mittelfeld nach Belieben.

Zu Torgelegenheiten kam Leverkusen zwar zunächst nur durch Distanzschüsse. Erst scheiterte der brasilianische Linksverteidiger Wendell mit einem Volleyschuss aus mehr als 20 Metern an Torwart Thomas Kraft, der den verletzten Stammkeeper Rune Jarstein vertrat. Auch Kai Havertz verzog (21.). Nachdem Sven Bender (26.) auch per Kopf nach einer Ecke scheiterte, versuchte es Leverkusen dann mit Pässen in die Tiefe - und stieß dabei auf Öl.

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Beim 1:0 bediente Innenverteidiger Jonathan Tah den Stürmer Kai Harvertz, der den Ball volley mit dem Außenrist ins Tor schoss (28.). Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Valentino Lazaro (34.) war es dann mit Wendell ein weiterer Abwehrspieler, der mit einem Pass in die Tiefe ein Tor vorbereitete. Der Brasilianer bediente den argentinischen Mittelstürmer Lucas Alario, der den Ball im Fallen an Kraft vorbeispitzelte und wieder eine Führung herstellte (38.).