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Handwerk - Essen:Ansturm vor dem Lockdown: Friseure arbeiten bis Mitternacht

Corona
Friseurmeister Mirko Schoroth schliesst sein Friseurgeschäft um kurz vor 24 Uhr ab. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Essen (dpa/lnw) - Viele Friseure in NRW haben am Tag vor dem erneuten Corona-Lockdown bis kurz vor Mitternacht gearbeitet. Sowohl Färbungen als auch Damen- und Herrenschnitte seien gefragt gewesen, sagte Mirko Schoroth, Friseurmeister in Essen am Mittwochmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Um kurz vor zwölf habe der letzte Kunde den Salon verlassen. Die Kunden seien dankbar gewesen, vor dem Lockdown noch frisiert worden zu sein, sagte Schoroth. "Einige haben Champagner-Flaschen und Kekse mitgebracht."

Schoroth blicke trotz Schließung zuversichtlich in den Lockdown. Er wolle die Zeit nutzen, um neue Marketingstrategien zu entwickeln und seine Website zu überarbeiten. Bereits im ersten Lockdown hatte er in eine neue Waschanlage investiert und kleine Renovierungsarbeiten in seinem Laden vorgenommen. "Die Dinge kann man eben nicht ändern", sagte der Friseurmeister aus Essen.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hatte am Montag seine Unterstützung für die Entscheidungen von Bund und Ländern zugesagt. Das Friseurhandwerk werde weiter alles tun, um einen Beitrag zur Senkung der Infektionszahlen zu leisten, hieß es in einer Mitteilung. Der Verband forderte allerdings Hilfsprogramme. Der erneute Lockdown mitten in der umsatzstärksten Zeit des Jahres treffe das Friseurhandwerk hart. Staatliche Hilfen müssten daher schnell und effektiv geleistet werden. "Es geht um die Existenz vieler Unternehmen. Mit diesem nun zweiten Lockdown rechnen wir auf das Jahr bezogen mit Umsatzverlusten von bis zu 30 Prozent", erklärte Hauptgeschäftsführer Jörg Müller.

In Deutschland gibt es laut Zentralverband rund 80 000 Friseursalons. In Nordrhein-Westfalen sind rund 3700 Betriebe in der Landesinnung organisiert.

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