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Japan:Mit der Rolltreppe aufs Dach

Wenn man mittendrin steckt in diesem Durcheinander, würde man sich manchmal am liebsten woandershin beamen können. Aber in 230 Metern Höhe wird der Irrsinn auf einmal ganz leise. Vom 14. Stock geht der Aufzug Richtung Wolken. Eine Animation in der Decke vermittelt den Eindruck, als gleite man durch einen Schacht in eine andere Dimension des Universums.

Im 46. Stock kann man erst einmal eine Runde an den Panoramafenstern entlang drehen, einen Kaffee mit Blick über das Häusermeer nehmen oder gleich mit der Rolltreppe aufs Dach fahren. Das Personal bittet die Besucher, Taschen und andere Gegenstände ins Schließfach zu sperren, damit kein Windstoß sie fortträgt. Draußen ist dann auf einmal ein Frieden da, den es unten nicht gibt.

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Die Kreuzung am Bahnhof sieht so klein aus, dass man sie kaum erkennt. Ameisenstraßen ziehen durch die Häuserschluchten. Lautlos gleiten Autos und Züge auf ihren Bahnen. Man blickt auf andere Hochhäuser herab, auf die Bäume des Yoyogi-Parks, auf das neue Olympiastadion. Und die Menschen sind sichtlich froh, dass sie diese Höhenluft atmen.

Über dem Boden der Tatsachen

Sie ruhen sich auf dem Kunstrasen des Helikopterlandeplatzes aus. Lassen sich auf Sitzgelegenheiten nieder, um vor dem Panorama zu verweilen. Und sie posieren für Fotos vor der zerklüfteten Kunstlandschaft aus Stahl und Beton, die sich in alle Himmelsrichtungen scheinbar endlos zum Horizont hin erstreckt.

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An der Ecke bei der Rolltreppe stehen die Leute sogar an, um sich an dieser besonders attraktiven Stelle ablichten zu lassen. So möchten sie sich offensichtlich später sehen: als Menschen im Himmel, umgeben von Wolken, am Geländer über allen Dächern lehnend.

Das Dach des Scramble Square fühlt sich an wie ein sicherer Grund. Man will gar nicht mehr runter. Aber unten wartet die Pflicht. Einmal noch in die Ferne geschaut, in der irgendwo der erhabene Berg Fuji ruhen muss. Dann geht es zurück in den Lärm, auf den Boden der Tatsachen.

Informationen: shibuya-scramble-square.com/sky

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