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Skifahren in Italien:Sella Ronda, Tour durch die Skigebiete in den Dolomiten

Die Sella Ronda in den Dolomiten ist die beliebteste Skilifttour der Alpen. Alles ändert sich hier ständig: die Pisten, der Schnee, das Panorama.

Parampampoli, sagen die Ladiner, die Ureinwohner der Dolomiten, mache das Leben leichter. Sie müssen es wissen, denn ihr Leben war nicht immer leicht. Vor vielen Jahrzehnten, als die Ladiner noch nicht vom boomenden Tourismus lebten, mussten sie knüppelhart arbeiten, morgens und abends Kühe melken und tagsüber die steilen Bergwiesen beackern.

Ein zermürbender Lebensrhythmus. Sie erfanden ein Heilmittel gegen das Rückenweh, die Gliederschmerzen und die unendliche Müdigkeit: Parampampoli.

Parampampoli klingt im ersten Moment wie der Name eines Zirkusclowns. Das ist gar nicht so falsch, denn es macht reichlich lustig, und auch die rote Nase stellt sich ein.

Ein Clown aus der Flasche

Aber Parampampoli ist ein Getränk, eine Mischung aus Grappa, Wein und Kaffee. Das brauten sich die ladinischen Bauern einst zusammen, und am Ende der harten Arbeitstage tranken sie es in ihren Scheunen und waren glücklich und lustig. Deshalb ist Parampampoli so etwas wie ein Clown aus der Flasche.

Heute ist Parampampoli der ladinische Nationaltrunk, es wird kommerziell gebraut und sogar in Supermärkten verkauft. Nur auf manchen Berghütten gibt es noch Parampampoli nach dem ursprünglichen Rezept aus der Scheune. Allein deshalb sollte man den Weg auf sich nehmen und die Sella Ronda besuchen.

Natürlich ist die Sellarunde nicht nur wegen eines Rachenputzers die beliebteste Skilifttour der Alpen. Sondern weil sie mit dem ehernen Prinzip des Skifahrens bricht. Skifahren, das heißt meistens: Rauf und wieder runter und wieder rauf und wieder runter.

Die Sella Ronda ist, wie der Name sagt, eine Runde, auf der man vorankommt, eine Skitour. Man fährt den ganzen Tag, muss aber keine Piste zwei Mal fahren. "Hier wird einem nie langweilig, weil sich die Umgebung ständig ändert", sagt Livio Gabrielli vom Fremdenverkehrsamt Fassatal.

Majestätische Silhouetten

Alles ändert sich hier ständig: die Pisten, der Schnee, das Panorama. Die Sella Ronda ist eine Skitour rund um die Felsgruppe Sella und dessen Spitze von 3151 Metern, bei der man die vier ladinischen Täler durchstreift: Gröden, das Fassatal, Buchenstein und das Abteital, die durch moderne Lifte geschickt miteinander verbunden sind.

Die meisten Reisebroschüren nennen die Runde "das Skikarussell". Einsteigen kann man an verschiedenen Orten, in Wolkenstein, Corvara, Canazei oder Arabba. Wie herum ist dabei eigentlich egal, denn immer hat man etwa 26 Kilometer Pisten vor sich - und atemberaubende Ausblicke.

Es gibt zahllose Orte, bei denen einem der Mund offen stehen bleibt. Mal bestaunt man die majestätische Silhouette der Trofana, mal den zackigen Kreuzkofel, dann die Ötztaler Alpen und den höchsten Berg Tirols, die Königsspitze.