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Schlossrundgang II: Nymphenburg:Ein königliches Geschenk

Das Schloss Nymphenburg in München ist eines ganz bestimmt nicht: schlicht und bescheiden. Ein Rundgang durch das Schloss und die Parkburgen in Bildern.

16 Bilder

Rundgang durch deutsche Schlösser und Burgen II, Schloss Nymphenburg, München

Quelle: SZ

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Reiche und großzügige Ehemänner belohnen ihre Frauen für die Geburt eines gemeinsamen Kindes mit kostbarem Geschmeide. Manchmal darf es aber auch ein bisschen mehr sein: Das Schloss Nymphenburg in München ist ein wahres Juwel - und war ebenfalls ein Geschenk zur Geburt.

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Rundgang durch deutsche Schlösser und Burgen II, Schloss Nymphenburg, München, Bayern, Bayerische Schlösserverwaltung

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Zehn Jahre lang musste das bayerische Kurfürstenpaar Ferdinand Maria und Henriette Adelaide von Savoyen auf einen Nachfolger warten, bis ihnen 1662 der Thronerbe Max Emanuel geboren wurde. Der Kurfürst schenkte seiner Gemahlin daraufhin den Bauplatz für eine Sommerresidenz - damals zwei Stunden von München entfernt. Mit der Planung wurde der Bologneser Agostino Barelli beauftragt, der auch die Münchner Theatinerkirche entworfen hat.

Gartenansicht auf Schloss Nymphenburg, Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

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Das "Lusthauß Nymphenburg" bestand nach der Fertigstellung 1679 zunächst nur aus dem heutigen Mittelbau, einem mächtigen kubischen Pavillon. Im selben Jahr wurde bereits der junge Max Emanuel Kurfürst - und baute wie die ihm nachfolgenden Kurfürsten und Könige das Schloss weiter aus.

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Doch Max Emanuel war derjenige, der die Schlossanlage während seiner Regierungszeit (1679 bis 1726) zur heutigen Größe erweitern ließ. An die "borgo de la ninfe" (italienisch für Nymphenburg) seiner Mutter ließ er links und rechts zwei versetzte Pavillons anbauen, die durch Galerien mit dem Mittelbau verbunden sind. Wegen des spanischen Erbfolgekrieges konnte Max Emanuel von 1704 bis 1715 nicht in Bayern bleiben. Aus dem Exil kehrte er aus Paris mit französisch beeinflussten Künstlern zurück wie Joseph Effner und Dominique Girard, die das herrschaftliche Ensemble weiter ausbauten.

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Der Festsaal

Henrico Zucalli gestaltete diesen prächtigen Saal 1702, der auch "Steinerner Saal" genannt wird. Das Deckenfresko von Johann Baptist Zimmermann stellt eine Gemeinschaft dar, in der ein Herrscher versucht, für Frieden zu sorgen: der olympische Götterhimmel. Auch die zur Göttin gewordene Nymphe Flora fehlt nicht - ihr Bildnis ist noch in weiteren Räumen der "Nymphenburg" zu sehen.

Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

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Die Schönheitengalerie

König Ludwig I. (regierte 1825 bis 1848) umgab sich gerne mit schönen Frauen - eine kostete ihn den Thron: Auch von seiner Geliebten Lola Montez ließ Ludwig I. ein Bildnis anfertigen. Die "spanische" Tänzerin war der Auslöser für die Revolution von 1848, der König musste auf den Thron verzichten. Das Bild der Montez ist nun im Obergeschoss des südlichen Pavillons ausgestellt, gemeinsam mit anderen Porträts - nicht nur von Hofdamen wie in der Galerie von Max Emanuel. Hier ist auch das Antlitz der "Schönen Münchnerin" Helene Sedlmayr zu bewundern, der Tochter eines Schuhmachermeisters, und das Bildnis der Caroline Gräfin von Holnstein (Foto), wie die meisten Porträts gemalt von Joseph Stieler.

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Schlafzimmer der Königin

In diesem Raum kam am 25. August 1845 König Ludwig II. als ältester Sohn von Kronprinz Maximilian und Kronprinzessin Marie Friederike zur Welt. Nach dem Vorbild des Originals erneuerten Restauratoren 1960 die grüne Seidenbespannung. Im Vergleich zu den anderen Räumen war das private Zimmer fast schon zurückhaltend möbliert.

Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

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Der Schlosspark

Der führende Gartenkünstler seiner Zeit und Planer des Englischen Gartens in München war Friedrich Ludwig von Sckell. Er wurde 1800 damit beauftragt, den Barockgarten landschaftlich umzugestalten. Sckell ersetzte in dem 180 Hektar großen Nymphenburger Schlosspark das regelmäßige Achsen- und Alleensystem durch Naturnähe, etwa Seen und Bäche mit geschwungenen Ufern und kleinen Inseln, zwischen denen Spazierwege hindurchführen. In diese abwechslungsreiche Landschaft wurden die barocken Pavillons miteinbezogen - auch das kleine Parkschloss Amalienburg mit seinem prächtigen Saal ...

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Die Amalienburg

Francois Cuvilliés entwarf für Kurfürstin Maria Amalia das Parkschlösschen - eine der kostbarsten Schöpfungen des europäischen Rokoko und die bedeutendste der "Parkburgen" in der Schlossanlage.

Der prächtigste Raum ist zugleich das Zentrum des Jagdschlösschens, das von 1734 bis 1739 erbaut wurde: Im Saal sind die Spiegel so angeordnet, dass sie die gegenüberliegenden Fenster reflektieren. So entsteht der Eindruck, dass der Besucher in einem offenen Pavillon steht, in den von allen Seiten Licht einfällt.

Doch nicht nur der Spiegelsaal ist ein wahres Schmuckstück - sogar die Küche der Amalienburg kann sich sehen lassen.

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Die Amalienburg

Die Wände der Küche zieren holländische Kacheln, während die Decke mit Szenen aus China bemalt ist.

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Magdalenen-Klause

Gegenüber der Amalienburg findet man die Magdalenen-Klause, eine künstliche Ruine, die sich Kurfürst Max Emanuel als Ort der Andacht bauen ließ (1725-28) - hier die Grottenkapelle. Die Risse im abbröckelnden Außenputz sollen die Endlichkeit des irdischen Seins bewusst machen.

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Die Pagodenburg

Diese Parkburg wurde wie die Magdalenen-Klause von Joseph Effner für Kurfürst Max Emanuel errichtet (1716-19). In der Pagodenburg zeigt sich wiederum die Lust an Spiel und Pomp. Im fremdartigen Ambiente sollten sich die hohen Herrschaften ausruhen, erschöpft vom golfähnlichen Spiel im Park. China war damals groß in Mode ...

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Die Pagodenburg

Im Chinesischen Salon im Obergeschoss kontrastieren schwarze Lackrahmen mit gemusterten Tapeten. Passend zu seinem Gesamtkunstwerk ließ Joseph Effner sogar Einrichtungsgegenstände auf exotisch trimmen, etwa einen Leuchter mit Drachenköpfen.

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Die Badenburg

Ein weiteres Effner-Schmuckstück im südlichen Teil des Gartens ist die Badenburg (1718-22). Der lichtdurchflutete Festsaal wird durch ein Deckenfresko von Jacopo Amigoni gekrönt, das Wasser in der antiken Mythologie thematisiert. Im hinteren Teil schließt der Badesaal an, von dem ein Zeitgenosse schwärmt: "... Es ist das schönste Bad, (...) mit allen Bequemlichkeiten (...). Ich besinne mich nicht, irgendwo etwas zierlicher und besser Ausgedachtes gesehen zu haben. Das Bassin ist so groß, dass man bequem darin schwimmen kann, und wenn man Zuschauer dabey haben will, so ist ein Platz da (die Galerie), wo sie sich hinstellen können."

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Das Marstallmuseum

Zum Prunk der damaligen Zeit gehören natürlich auch die dazu passenden Fahrzeuge - wobei die Krönungswagen von Kaiser Karl VII. und König Max I. Joseph beinahe bescheiden ausfallen im Vergleich zum Prunkwagen des Märchenkönigs Ludwig II (Foto).

Zerbrechliche Pracht wird im selben Gebäudeflügel im Museum Nymphenburger Porzellan gezeigt: Exemplare aus der Gründungszeit der berühmten Manufaktur 1747 bis hin zu Exponaten aus den 1920er Jahren.

Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

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So wuchs Nymphenburg - inzwischen längst Teil der Stadt - vom fürstlichen Geburtsgeschenk zum königlichen Erbe für alle Münchner und ihre Gäste.

Noch mehr Informationen über Schloss Nymphenburg finden Sie auf den Seiten der Bayerischen Schlösserverwaltung.

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(sueddeutsche.de/kaeb/dd)

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