Österreich:Wandern mit Drei-Sterne-Brotzeit

Lesezeit: 2 min

Österreich: Auf dem Morendenweg muss man natürlich gut morenden, sprich: Brotzeit machen in der Slow-Food-Region Lesachtal in Kärnten.

Auf dem Morendenweg muss man natürlich gut morenden, sprich: Brotzeit machen in der Slow-Food-Region Lesachtal in Kärnten.

(Foto: Martin Steinthaler/tinefoto.co)

Drei Tipps für kulinarische Touren in Kärnten, in Ischgl und im Bregenzerwald.

Von Hans Gasser

Slow Food in Kärnten

Alles slow hier! Im Kärntner Gailtal, Lesachtal und am Weißensee hat man sich komplett dem Konzept des Slow Food hingegeben. Die "Slow Food Travel Destination" hält, was sie verspricht: Es gibt hier sehr viele Angebote, das Wandern mit dem Verkosten von Speck, Almkäse, Fisch oder sogar Schlafmohn zu verbinden. So kann man beispielsweise auf dem neuen "Brot- und Morendenweg" im Lesachtal nicht nur eine zünftige Morende (=Brotzeit) auf der Steineckenalm essen, sondern viel über einheimisches Brot und andere Slow-Food-Produkte erfahren, einen Bienenlehrpfad gibt es obendrein. Wirklich besonders sind die zahlreichen, buchbaren Mitmacherlebnisse zum Thema traditionell hergestellter Lebensmittel. Gäste können mit der Bergbäuerin Biokäse oder Bauerneis herstellen, Brot mit Natursauerteig backen, beim Kornmahlen dabei sein oder sich den Anbau und die kulinarische Verwendung des einheimischen Schlafmohns zeigen lassen - etwa als süße Füllung in köstlichen "Stockblattlan". Es geht dabei gemäß der Slow-Food-Philosophie um den Austausch und die Begegnung mit den Produzenten, um ein Verständnis dafür zu bekommen, was wirklich gute Lebensmittel sind. Die Region bietet dazu auch mehrtägige Slow-Food-Reisepakete an. (slowfood.travel)

Pilgern in Ischgl

Der Jakobsweg wird ja eher mit Entbehrungen in Verbindung gebracht. In Ischgl jedoch, das eher mit Party, Winter (und Corona) in Verbindung gebracht wird, gibt es jetzt im Spätsommer den "kulinarischen Jakobsweg". Dabei wandert man mit Köchen und Köchinnen aus den mit nicht wenigen Hauben dekorierten Hotelrestaurants im Tal auf Hütten und Almen. Dort angekommen, bekommen die Wanderer ein vom jeweiligen Koch zubereitetes Gericht. So geht es etwa am 28. August mit Andreas Spitzer zur 2256 Meter hoch gelegenen Ascherhütte, wobei ein Großteil der Höhenmeter mit der Bergbahn zurückgelegt werden kann. In der Hütte gibt es dann von dem Drei-Hauben-Koch Spareribs-Ravioli mit Rollgerste und Wurzelgemüse. Eine etwas längere Wanderung führt am 10. September mit den "Young Chefs Paznaun" auf die Jamtalhütte in Galtür, wo die vier jungen Köche Erdäpfelblattl mit Sauerkraut auf Bärlauchsoße und Karottenchip kochen. Zur Verdauung kann man in einer guten Stunde bis zum schnell schmelzenden Jamtalgletscher wandern. Die Gerichte bleiben den ganzen Sommer über auf der Speisekarte der jeweiligen Hütte. Für die Wanderungen muss man sich anmelden, die Gerichte kosten um die 20 Euro. (paznaun-ischgl.com)

Käseweg im Bregenzerwald

Österreich: Gut essen kann man an vielen Orten im Bregenzerwald, typisch sind die Kässpätzle.

Gut essen kann man an vielen Orten im Bregenzerwald, typisch sind die Kässpätzle.

(Foto: Alex Kaiser/Bregenzerwald Tourismus)

Der Bregenzerwald ist nicht nur für seine innovativen Handwerker und den guten Käse bekannt, sondern auch für das hohe gastronomische Niveau vieler seiner Restaurants. Eine hübsche Voralpenlandschaft gibt es überdies, und da liegt es natürlich nahe, beides zu verbinden. Einerseits diese von Wäldern und Almen durchzogene Landschaft zu durchwandern, andererseits aber auch nicht nur mitgebrachte Semmeln zu verzehren, sondern in guten Gasthäusern einzukehren. Deshalb gibt es hier das Angebot eintägiger kulinarischer Wanderungen, bei denen man unterwegs Frühstück, Mittagessen und Nachspeise in drei verschiedenen Lokalen einnimmt, was einen besonderen Reiz hat. So geht es etwa auf der Tour von Bezau nach Schönenbach zum Frühstück ins Bergrestaurant der Seilbahn, zum Mittagessen ins Jagdgasthaus Egender (Kässpätzle!) und auf einen Kuchen ins Restaurant Komot in Bezau. Es gibt insgesamt sechs verschiedene Touren, darunter auch etwas anspruchsvollere wie die Damülser Höhenrunde. Im Paketpreis sind Essensgutscheine, Wanderbeschreibung und Bergbahn- oder Bustickets für die Rückfahrt enthalten. Wem ein Tag zu wenig ist, der kann auch eine fünftägige Weitwanderung auf dem Käseweg buchen, mit zahlreichen Verkostungen und Gepäcktransport. (bregenzerwald.at)

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema