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Deutschlands schönste Wälder:Wild und verwunschen

"Ab in den Wald" heißt es heutzutage nur noch selten. Schade eigentlich, wie die Aufnahmen von Norbert Rosing zeigen, der jahrelang auf Motivsuche in deutschen Wäldern war. Zum Welttag des Baumes stellen wir die schönsten vor.

Von Carolin Gasteiger

8 Bilder

Norbert Rosing Deutschlands wilde Wälder Auwald Dessau Wald Nationalpark

Quelle: Norbert Rosing/National Geographic

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"Der Wald legt das Lauschen nahe", hat Hermann Hesse einmal gesagt. Und jeder Wald klingt anders. Vielleicht hat Norbert Rosing an diesen Sonnenaufgang in einem Auwald an der Elbe bei Dessau gedacht, als er davon erzählt, wie es im Frühjahr von überall her pfeife. Über Jahre hinweg hat der Fotograf, der unter anderem für National Geographic tätig ist, schöne Motive im Wald gesucht und in dem Bildband "Deutschlands wilde Wälder" verewigt. Zum Tag des Baumes (25. April) stellen wir Ihnen die schönsten vor.

Buchen Bayerischer Wald Zwiesel Deutschland Wald Nationalpark

Quelle: Norbert Rosing/National Geographic

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Bayerischer Wald

In dem Nationalpark an der tschechischen Grenze wachsen junge Buchen zwischen dunklen Fichten - und das auf rund 100 Kilometern. Auf Wanderungen um den Lusen können Besucher außerdem entdecken, wie sich eine Borkenkäferplage vor 20 Jahren auf die Natur ausgewirkt hat. Viele der Bäume sind zwar abgestorben, geben aber den Blick auf die umliegende Landschaft frei. Fotograf Norbert Rosing hält den Bergmischwald inzwischen für "einen der schönsten Mischwälder, die wir in Deutschland haben". Seit den Neunzigerjahren ist dort auch der seltene Luchs wieder heimisch.

Brocken Harz Deutschland Nationalpark Wald

Quelle: Norbert Rosing/National Geographic

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Harz

Über den mächtigen Bäumen rund um den Brocken, dem höchsten Punkt im Nationalpark, hängt Morgennebel und taucht den Wald in gespenstische Stimmung. Abwechslung auf einer Wanderung auf den Brocken ist garantiert. Der Bergfichtenurwald in einem der größten Waldnationalparks Deutschlands hat es Norbert Rosing angetan: "Die Bäume sind viel kleiner, gedrungener und wirken unheimlich. Besonders, wenn Nebel drinhängt und frisches Moos da ist."

Norbert Rosing Deutschlands wilde Wälder Buchenwald Hainich Thüringen Nationalpark

Quelle: Norbert Rosing/National Geographic

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Nationalpark Hainich

Spezielle Erkundungswege führen durch den Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal in Thüringen. Wer sich auf den Baumkronenpfad begibt, erlebt in 44 Metern Höhe einen "Urwald mitten in Deutschland" - außerdem alles, was dort oben lebt, wie Spechte und Fledermäuse. Der Hainich ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands und gehört zu den größten Buchenwäldern hierzulande.

Norbert Rosing Deutschlands wilde Wälder Müritz-Nationalpark Wald

Quelle: Norbert Rosing/National Geographic

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Zusammen mit vier anderen Wäldern, darunter dem Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark (wo auch viele Kiefern stehen) wurde der Nationalpark Hainich zum Unesco-Welterbe gekürt. Aus gutem Grund: Die Bäume in diesen "alten Buchenwäldern Deutschlands" sind inzwischen bis zu 300 Jahre alt.

Norbert Rosing Deutschlands wilde Wälder Darß Ostsee Nationalpark Wald

Quelle: Norbert Rosing/National Geographic

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Darß

Wald auf dem Darß? Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zwischen Rostock und Rügen ist eher für ihre Abgeschiedenheit und die Ostseeküste bekannt als für ihre Bäume. Aber tatsächlich reichen dort die Buchenwälder fast bis ans Meer - und wie sonst fast nirgends lassen sich hier Wald- und Strandspaziergang kombinieren. Und dem starken Wind, der sie konstant in eine Richtung biegt, verdanken Sträucher und Bäume hier ihren Namen: "Windflüchter".

Eichen Hoher Venn Deutschlands wilde Wälder Norbert Rosing Nationalpark Deutschland Wald

Quelle: Norbert Rosing/National Geographic

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Nationalpark Eifel

Ein Bachlauf im Naturpark Hohes Venn-Eifel bahnt sich seinen Weg an Eichen, Ebereschen und Moorbirken vorbei. Den Nationalpark Eifel besuchen Naturliebhaber am besten im Frühjahr, wenn die Gelben Wildnarzissen blühen. Wer sich eine Auszeit nehmen will, kann vier Tage lang dem Wildnis-Trail folgen und dabei zwischen Wiesen, Wäldern und Bächen übernachten.

Brechenberg Wasgau Deutschland Wälder Wald Nationalpark

Quelle: Norbert Rosing/National Geographic

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"Jeder Wald ist anders", sagt Norbert Rosing - wie diese Bäume voll buntem Laub am Brechenberg im Pfälzerwald. Aber Wälder bräuchten Jahrzehnte, um zu wachsen. Ihnen aber diese Zeit zu geben, falle uns heute schwer, meint der Fotograf und erwähnt ein Zitat, das am Tag des Baumes auch als Appell fungieren kann: "Natur Natur sein lassen".

Alle Bilder stammen aus Norbert Rosings Bildband "Deutschlands wilde Wälder", erschienen bei National Geographic Deutschland.

© SZ.de/hart/edi
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