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Vorratsdatenspeicherung:"SPD hat entschieden, Freiheit im digitalen Zeitalter abzuschaffen"

  • Die Entscheidung der SPD, Vorratsdatenspeicherung zu billigen, hat die Opposition auf den Plan gerufen.
  • Die Grünen drohen mit einer Verfassungsklage. "Wir Grüne werden notfalls bis nach Karlsruhe ziehen", sagte Fraktionschefin Göring-Eckardt.
  • Auch die Linken kritisierten den Beschluss. CDU und die Gewerkschaft der Polizei hingegen begrüßten das Ja der SPD.

Kritik von Grünen und Linken

Die SPD hat den Weg für die Vorratsdatenspeicherung frei gemacht und damit scharfe Reaktionen ausgelöst: Nach dem Ja der Sozialdemokraten auf dem Parteikonvent drohte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt mit einer Verfassungsklage. "Wir Grüne werden weiter gegen die Massenüberwachung kämpfen und dafür notfalls bis nach Karlsruhe ziehen", erklärte sie. Die SPD habe entschieden, "die Freiheit im digitalen Zeitalter abzuschaffen".

Linken-Fraktionsvize Jan Korte erklärte: "Die SPD-Führung ist dabei, die Partei endgültig zu entkernen." Gabriel wisse wohl selbst nicht mehr, wie die SPD "überhaupt noch als Widerpart zu Union und Kanzlerin wahrgenommen werden soll".

CDU und Polizeigewerkschaft begrüßen Entscheidung

Zufrieden mit der Entscheidung zeigte sich hingegen die Union. "Die Vernunft hat bei der SPD knapp gesiegt", erklärte CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Unionsfraktions-Vize Thomas Strobl (CDU) sprach von einem "guten Tag für die innere Sicherheit in Deutschland". Die Nutzung von Verbindungsdaten sei notwendig zur Bekämpfung schwerer Straftaten.

Auch die Gewerkschaft der Polizei begrüßte den SPD-Beschluss. Die Speicherung von Verbindungsdaten sei kein "anlassloses Datenhorten", erklärte ihr Vorsitzender Oliver Malchow. Die Polizei greife "nur bei wirklich schwerwiegenden Rechtsbrüchen" auf die von den Unternehmen gesammelten Daten zurück.

Der Beschluss der SPD

Der SPD-Konvent billigte das Regierungsvorhaben mit 124 Ja- und 88 Nein-Stimmen. Es gab sieben Enthaltungen. Der Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sieht vor, dass Telekommunikationsunternehmen die Telefon- und Internetverbindungsdaten aller Bürger zehn Wochen lang speichern. Für die Standortdaten bei Handy-Gesprächen sind vier Wochen vorgesehen.

Als einzige Änderung zu den bisherigen Gesetzesplänen wurde nach den Worten von SPD-Chef Sigmar Gabriel vereinbart, dass die Neuregelung nach zwei bis drei Jahren durch unabhängige Experten evaluiert werden soll. Diesem Verfahren habe Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bereits zugestimmt, sagte Gabriel.

Der SPD-Vorsitzende zeigte sich mit dem Ergebnis trotz der hohen Zahl von Gegenstimmen zufrieden. Er wandte sich dagegen, Freiheit und Sicherheit gegeneinander zu stellen: "Es gibt keine Freiheit ohne Sicherheit, und es gibt keine Sicherheit ohne Freiheit."

Maas kündigte nach der Entscheidung des Konvents an, der Gesetzentwurf solle nach der Sommerpause "zügig verabschiedet werden". SPD-Vize Ralf Stegner sagte dem Sender NDR Info, die SPD habe sich mit der Entscheidung schwer getan und im Vorfeld kontrovers diskutiert, wie die Sicherheitsinteressen des Staates und die Bürgerrechte gegeneinander abgewogen werden können.

© afp/frdu/sks

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