bedeckt München 32°

USA:Carrier: Trump kann liefern - doch ist der Deal ein Erfolg?

Für den 45. Präsidenten ist dies ein enormer Erfolg - er zeigt seinen Anhängen, dass er für sie kämpft. Und dass er liefern kann. Monatelang diente ein Handy-Video aus jener Carrier-Fabrik als Beleg dafür, was falsch läuft in den USA: Ein profitables Unternehmen setzt sich nach Mexiko ab und Hunderte guter Jobs - mit Stundenlöhnen von 24 Dollar - verschwinden.

Trump erzählt: In den Abendnachrichten habe er einen Carrier-Arbeiter davon reden hören, dass der Republikaner versprochen habe, seinen Job zu retten. "Ich hatte das eigentlich gar nicht ernst gemeint", gibt der 70-Jährige freimütig zu, doch nach dem TV-Bericht ("ich nenne den Sender nicht, ich mag die Journalisten nicht besonders") habe er zum Telefon gegriffen und den Carrier-Chef angerufen. Das ist typisch Trump, so inszeniert er sich gern: als Dealmaker und genialer Verhandler, der die Firmen auch mit Drohungen dazu bringt, in den USA zu produzieren.

US-Wahl Nach Clinton versäumen die Demokraten den Neuanfang

USA

Nach Clinton versäumen die Demokraten den Neuanfang

Die Demokraten haben aus ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl offenbar wenig gelernt. Nancy Pelosi, wiedergewählt als Chefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, ist die Fortsetzung von Hillary Clinton.   Kommentar von Hubert Wetzel

Trump bei Hannity

Donald Trump hat seit 127 Tagen keine Pressekonferenz gegeben, dafür trat er am Donnerstag mit seinem Vize Mike Pence in der Sendung des Fox-Moderators (und offenen Trump-Unterstützers) Sean Hannity auf. Zu den Fragen des konservativen TV-Mannes gehörten: "Sie haben keinen Tag frei genommen... brauchen Sie keinen Urlaub?" oder "Hat Sie das komplette Ausmaß der Sache überrascht?"

Wie erfolgreich die Rettung wirklich war, daran scheiden sich die Geister: Zehn Jahre lang erhält das Unternehmen einen Steuernachlass von insgesamt sieben Millionen Dollar (dass der Carrier-Mutterkonzern United Technologies viele Aufträge aus dem Verteidigungsministerium erhält, wird die Kooperationsbereitschaft erhöht haben). 600 Jobs wandern trotzdem nach Mexiko, eine weitere Fabrik mit 700 Mitarbeitern wird geschlossen.

Solche Zuschuss-Geschäfte schließen Politiker auf regionaler Ebene häufiger, weil sie ungern mit Nachrichten von Fabrik-Schließungen in Verbindung gebracht werden wollen und meist auch keine Lösung für die Strukturfragen dahinter haben. Doch ist solch PR-trächtiges Mikro-Management für den Präsidenten wirklich ein realistischer Weg? Oder motiviert es viel mehr Unternehmen, mit Abwanderungsdrohungen finanzielle Zuschüsse zu ergattern? Letzteres glauben Kritiker wie der linksprogressive Senator Bernie Sanders. Wird Trumps Drohung, abwandernde Firmen hart zu bestrafen, Wirkung zeigen? Die nächsten vier Jahre werden es zeigen.