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US-Wahl:So haben die Establishment-Kandidaten abgeschnitten

Jeb Bush (62, Ex-Gouverneur von Florida)

Nichts illustriert das desaströse Scheitern von Jeb Bush in Iowa besser als die Tatsache, dass er sich am Wahlabend in New Hampshire aufhält. Anstatt seinen Anhängern zu danken, flüchtet er. 15 Millionen Dollar hat sein Super-Pac für Werbung ausgegeben - das Resultat sind drei Prozent oder etwas mehr als 5000 Stimmen. Bei der Vorwahl in New Hampshire in acht Tagen geht es um alles: Jeb muss besser sein als Christie und Kasich, sonst hat der Präsidentensohn und -bruder keine Chance. Sein Protegé Rubio scheint weit enteilt.

Chris Christie (53, Gouverneur von New Jersey)

Auch für den Gouverneur von New Jersey geht es in New Hampshire um alles. Christie kritisiert bei seinen Auftritten vor allem Marco Rubio, der anders als er keine Regierungserfahrung habe. Zwei Prozent sind sehr wenig - ihm rennt die Zeit davon, um ins Rampenlicht zu kommen. Hinzu kommt eine schwache Organisation: "Christie 2016" hat nicht mal mehr eine Million Dollar zur Verfügung.

John Kasich (63, Gouverneur von Ohio)

Im Vergleich zu Cruz oder Carson haben Iowas Wähler John Kasich nicht oft gesehen - zwei Prozent sind das Resultat. Er redet nie über seinen Glauben, sondern will lieber den Haushalt ausgleichen - und sogar mit Demokraten über Kompromisse verhandeln. Kasich nennt auch Details - eine Rarität in diesem Wahlkampf. All dies kommt deutlich besser bei den Menschen in New Hampshire an, wo Kasich bis auf Platz zwei vorgerückt ist. Auch für ihn gilt: Alles muss künftig super laufen und Marco Rubio muss viele Fehler machen. Und dafür spricht wenig, wenn man weiß, wie clever der Senator aus Florida agiert.

Rand Paul (53, Senator aus Kentucky)

Dank vieler Fans erhielt sein Vater Ron 2012 in Iowa 21,4 Prozent. Der Sohn erzeugt wenig Begeisterung und bekommt nur fünf Prozent. Time kürte Rand Paul Ende 2014 zum "interessantesten Mann der US-Politik", doch heute wirkt er deplatziert. Der Druck aufzugeben, wird wachsen: Paul kämpft in Kentucky um seine Wiederwahl als Senator und viele Republikaner fürchten, dass dieser Sitz verloren geht, wenn der Augenarzt an seiner chancenlosen Kandidatur festhält.

Carly Fiorina (61, Ex-Managerin aus Kalifornien/Virginia)

"Ich habe als Frau die besten Chancen, Hillary Clinton zu besiegen", so argumentiert die frühere Hewlett-Packard-Chefin immer wieder. In Iowa überzeugte dies nur zwei Prozent. Für die einzige konservative Kandidatin wird es schwer: Die Rufe, ihre Kandidatur aufzugeben, dürften jeden Tag lauter werden. Das Kalkül: Je kleiner das Bewerberfeld, umso eher steht der Republikaner-Kandidat fest. Und der kann sich dann auf die Wahl am 8. November konzentrieren.

Mike Huckabee (60, Ex-Gouverneur von Arkansas)

2008 war sein Jahr: Damals siegte der ehemalige Baptisten-Prediger in Iowa und etablierte sich als konservative Alternative zu John McCain. Acht Jahre später sind aus 34,4 Prozent nur noch zwei Prozent geworden. Ein solch mickriges Ergebnis raubte Huckabee alle Argumente, weiter im Rennen zu bleiben - er kündigte noch am Wahlabend das Ende seiner Bewerbung an.

Rick Santorum (57, Ex-Senator aus Pennsylvania)

Für Santorum ist der Abend noch bitterer. Er gewann 2012 überraschend in Iowa mit 24,6 Prozent. Vier Jahre später ist es ein mageres Prozent. Dass seine Bewerbung fürs Weiße Haus längst ein Witz ist, sahen die US-Bürger vor vier Tagen im TV: Da wurde Santorum ebenso wie Huckabee von Donald Trump bei dessen bizarrem Benefiz-Event wie ein Schuljunge auf die Bühne geholt. Je früher er es Huckabee nachmacht und abtritt, umso besser.

Termine US-Wahl 2016

© Süddeutsche.de/mane/bepe
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