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Vor Geberkonferenz:UN rufen zu Milliarden-Hilfen für Syrien auf

Syrische Flüchtlinge

Syrische Jungen spielen auf dem Dach einer Unterkunft im Flüchtlingslager Barra nordöstlich der libanesischen Hauptstadt Beirut. Die UN schätzen, dass 5,5 Millionen syrische Flüchtlinge in Lagern außerhalb ihres Heimatlandes leben.

(Foto: Marwan Naamani/dpa)

Mehr als zehn Milliarden US-Dollar seien nötig, um die Versorgung der Menschen innerhalb und außerhalb des Bürgerkriegslandes sicherzustellen. Die Bundesregierung will deutlich mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.

Vor einer zweitägigen Geberkonferenz haben die Vereinten Nationen zu humanitärer Hilfe in Milliardenhöhe für notleidende Menschen in Syrien aufgerufen. Insgesamt sind 24 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf Unterstützung angewiesen, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Montag in New York. Im laufenden Jahr benötigen die UN und ihre Partner laut Lowcock mehr als zehn Milliarden US-Dollar (8,5 Milliarden Euro) für die Versorgung der Menschen innerhalb und außerhalb Syriens.

Die virtuelle Syrien-Konferenz der EU und der UN findet am Montag und Dienstag in Brüssel statt. Lowcock hofft auf großzügige Zusagen. Mit dem Geld sollen Lebensmittel, Wasser, Medikamente und andere Güter finanziert werden. Etwa 5,5 Millionen syrische Flüchtlinge leben in der Türkei, in Libanon, in Jordanien, im Irak und in Ägypten in Lagern und anderen Unterkünften. Innerhalb Syriens gibt es 6,7 Millionen Binnenflüchtlinge.

Die Bundesregierung plant, deutlich mehr als eine Milliarde Euro für humanitäre Hilfe im Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien zu geben. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. "Bei der 4. Brüsseler Konferenz 2020 hat die Bundesregierung 1,6 Milliarden Euro für Syrien und die Nachbarländer in der Region zugesagt. Für dieses Jahr planen wir ebenfalls eine Zusage substanzieller Mittel in vergleichbarer Höhe", hieß es im Auswärtigen Amt. Die Bundesregierung will auch an der Unterstützung der sogenannten Weißhelme, des syrischen Zivilschutzes, festhalten. "Auch in diesem Jahr beabsichtigt die Bundesregierung, die Weißhelme in vergleichbarer Höhe wie in 2020 zu unterstützen", so die Auskunft aus dem Auswärtigen Amt.

Der Konflikt in Syrien begann vor zehn Jahren mit einem Aufstand, den das Assad-Regime blutig niederschlug. Seitdem kämpfen Armee, Rebellen und Terrormilizen gegeneinander. Hunderttausende Menschen starben, das Land ist in weiten Teilen verwüstet. Das Assad-Regime erhält Hilfe von Russland und Iran, auch die Türkei und die USA sind an dem Konflikt beteiligt.

© SZ/epd/KNA/hij/dwue
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