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Rassismus-Studie:Polizei kritisiert Innenminister Seehofer

Weekly cabinet meeting in Berlin

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

(Foto: REUTERS)

Die Kripo-Gewerkschaft findet die Absage der Studie über Rassismus innerhalb der Polizei durch den Innenminister "peinlich". Wenn es Rassismus und Rechtsextremismus in den Sicherheitsbehörden gebe, müsse man das wissen.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat das Nein von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zu einer Untersuchung zu rassistischen Polizeikontrollen kritisiert. "Ich finde die Begründung, die ich gehört habe, einigermaßen peinlich, weil sie natürlich nicht schlüssig ist. Und sie erweist auch den Sicherheitsbehörden selber einen Bärendienst", sagte der BDK-Vorsitzende Sebastian Fiedler am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen".

Fiedler plädierte beim Nachrichtenportal ZDF-heute für eine Studie, die "anonymisiert die Einstellungen bei der Polizei zu Rassismus und Rechtsextremismus" untersucht. "Selbst wenn für uns negative Ergebnisse herauskommen, müssen wir das wissen. Ich argumentiere doch nicht für schwarze Schafe innerhalb der Sicherheitsbehörden."

Der Sprecher des Innenministeriums hatte am Montag gesagt, Seehofer wolle keine neue Studie in Auftrag geben, bevor die bereits mit den Ländern abgestimmten Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus umgesetzt seien. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will im Gegensatz zu Seehofer aber an einer ursprünglich geplanten Studie zu sogenanntem Racial Profiling bei der Polizei festhalten.

Von Racial Profiling spricht man, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Haarfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne konkreten Anlass, kontrolliert werden. Das Innenministerium hatte Seehofers Entscheidung am Wochenende unter anderem damit begründet, dass Racial Profiling in der polizeilichen Praxis verboten ist. Entsprechende Vorkommnisse seien absolute Ausnahmefälle.

"Dass ausgerechnet der Bundesinnenminister sich jetzt hier abwehrend äußert, erschließt sich mir nicht, weil es natürlich den Eindruck nährt, als gäbe es etwas zu verstecken", sagte Kripo-Gewerkschafter Fiedler in der ARD. "Aber die Sicherheitsbehörden selber, jedenfalls sagen das unsere Mitglieder bei den Kriminalpolizeien aus Bund und Ländern, die haben nichts zu verstecken."

© SZ.de/dpa/odg
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