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Fünf Jahre Haft für Whistleblowerin:Das Los der Mutigen

In den Augen der amerikanischen Behörden eine Landesverräterin: Reality Winner.

(Foto: AP)

Reality Winner enthüllte russische Hackeraktivitäten im US-Wahlkampf 2016 - und muss dafür ins Gefängnis. Über die 26-jährige Ex-Soldatin und den geradezu schizophrenen Umgang mit Geheimdienst-Whistleblowern in den USA.

Von Frederik Obermaier

Der Brief hatte das Potenzial, die Weltpolitik zu verändern. Das Leben der Frau mit dem ungewöhnlichen Namen Reality Leigh Winner jedenfalls sollte er für immer verändern. Das Schreiben trug keinen Absender, der Poststempel verriet lediglich, dass es in der Stadt Augusta im US-Bundesstaat Georgia aufgegeben wurde. Donald Trump hatte damals gerade die Wahl gewonnen, und es kursierten allerlei Gerüchte, dass dabei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Die russischen Geheimdienste hätten fleißig mitgemischt, hieß es. Womöglich habe Trump nur deshalb gegen Hillary Clinton gewonnen, wurde gemutmaßt. Nichts davon war - damals - nur ansatzweise belegt. Trump hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, Russland ebenso.

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