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Politik kompakt:Polens Präsident kritisiert Kaczynskis Stasi-Äußerungen

Einen "schädlichen Fehler" nennt Polens Präsident Komorowski die Äußerungen des nationalkonservativen Oppositionsführers Kaczynski. Der hatte Kanzlerin Merkel mit der Stasi in Verbindung gebracht. Jetzt sorgt sich Komorowski um die Beziehungen zu den deutschen Nachbarn und fordert eine Entschuldigung.

Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski hat Äußerungen über Kanzlerin Angela Merkel im Wahlkampf der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) kritisiert. Die Bemerkungen des Oppositionsführers Jaroslaw Kaczynski seien ein "schädlicher Fehler" gewesen, sagte Komorowski im Nachrichtensender TVN 24. "Ich würde ihm raten, dass er sich entschuldigt."

Polens Präsident Komorowski (links im Bild) rät seinem Kontrahenten Kaczynski, sich bei Angela Merkel zu entschuldigen.

(Foto: AFP)

In seinem Buch "Das Polen unserer Träume" hatte Kaczynski über "nicht ganz saubere Umstände" geschrieben, die zu Merkels Kanzlerschaft geführt hätten. Er deutete an, dass die Stasi Merkel an die Macht gebracht habe. In seinem Buch, das nur wenige Tage vor der Parlamentswahl am Sonntag erschienen ist, heißt es: "Ich glaube nicht, dass die Übergabe der Kanzlerschaft an Angela Merkel ein reiner Zufall war." Es sei jedoch an Politologen und Historikern, dies zu klären. Worauf er seine Vorwürfe gründete, ließ er offen.

Komorowski sagte dazu: "Auch Worte im Wahlkampf können großen Schaden anrichten, wenn es um das Ansehen unseres Staates geht." Merkel werde sich davon nicht sonderlich beeindrucken lassen. "Aber diejenigen, die den deutsch-polnischen Beziehungen schaden wollen, haben ein Geschenk erhalten."

Kaczynski reagierte auf Komorowskis Kritik mit der Frage, wofür er sich zu entschuldigen habe. Er wolle zu diesem Thema nichts mehr sagen. In Polen wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Nach Umfragen liegt die liberalkonservative Bürgerplattform (PO) von Ministerpräsident Donald Tusk vorn. Die PiS hat jedoch aufgeholt.

(dpa)

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