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Pofallas Wechsel zur Bahn:Späterer Beginn, weniger Geld

Ronald Pofalla

Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (Archivbild vom Januar 2013) muss möglicherweise doch länger auf den neuen Job warten.

(Foto: dpa)

Die Bahn entschärft die umstrittene Personalie Pofalla. Einem Medienbericht zufolge könnte der Ex-Kanzleramtschef erst 2015 in den Bahn-Vorstand wechseln - und auch die Bezahlung soll geringer ausfallen.

Eine zeitliche Verschiebung soll den umstrittenen Wechsel von Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) in den Bahn-Vorstand laut Spiegel doch noch möglich machen. Danach könnte Pofalla seinen neuen Posten erst im kommenden Jahr antreten und damit deutlich später als derzeit diskutiert. "Je später er anfängt, desto besser", zitiert das Nachrichtenmagazin nicht näher genannte Unternehmenskreise.

Zudem könnte Pofallas neu einzurichtender Vorstandsposten für Regierungskontakte später mit dem für Compliance und Recht verschmolzen werden. Dieser wird 2017 frei, wenn der Vertrag von Vorstand Gerd Becht ausläuft. Damit käme es nur für eine rund zweijährige Übergangszeit zur Vergrößerung des Vorstands, die im Aufsichtsrat auf erhebliche Gegenwehr gestoßen war.

Als denkbar gilt dem Bericht zufolge in Koalitionskreisen auch, dass Pofalla seinen Posten zunächst zu geringeren Bezügen unterhalb der Vorstandsebene antritt und 2017 aufgewertet wird.

Verkehrsminister Dobrindt fordert Bahn auf, Klarheit zu schaffen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete selbst hat sich bislang nicht zu dem Thema geäußert. Der 54-Jährige hatte seinen Posten als Kanzleramtschef bei der Regierungsneubildung Mitte Dezember abgegeben - mit der Begründung, sich stärker dem Privatleben widmen zu wollen. Anfang Januar war dann der mögliche Wechsel in den Bahn-Vorstand bekannt geworden. Insbesondere der geringe Abstand zwischen politischem Amt und Wirtschaftsposten war auf große Kritik gestoßen, auch in der eigenen Partei.

Nachdem sich zuvor auch schon Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wohlwollend über Pofalla geäußert hatte, pflichtet diesem nun auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bei: "Wechsel zwischen Politik und Wirtschaft sollten weiter stattfinden können und zwar in beide Richtungen", sagte der CSU-Politiker der Welt am Sonntag. Er warnte davor, die Regeln für Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft überstürzt zu verschärfen: "Wir sollten uns Zeit nehmen für eine vernünftige Debatte."

Dobrindt forderte außerdem die Deutsche Bahn auf, Klarheit über den möglichen Wechsel Pofallas in den Vorstand des Unternehmens zu schaffen. "Wenn die Deutsche Bahn personelle Weichen stellen will, muss sie das intern klären beziehungsweise mit dem Aufsichtsrat. Die Bahn ist also selbst am Zug", sagte Dobrindt. Bahnchef Rüdiger Grube will seine Personalpläne bis Ende März bekanntgeben.