6. Warum Rechtsextreme in Spanien keine Rolle spielen

Der Front National in Frankreich, die FPÖ in Österreich oder die AfD in Deutschland - in vielen EU-Staaten sind rechtspopulistische Parteien im Aufwind. Spanien zeigt sich dagegen bislang erstaunlich resistent. Der Unmut über die etablierten Parteien führte zwar dazu, dass die Dominanz von PP und PSOE aufgebrochen wurde - doch eben nicht durch eine extreme Rechte, sondern durch den Siegeszug von Podemos und das Erstarken der Ciudadanos.

Das andere große Thema der Rechten - die Flüchtlingskrise - verfing hier kaum, da nach Spanien aufgrund einer rigiden Asylpolitik deutlich weniger Schutzsuchende kommen als in andere europäische Staaten (siehe Punkt 7.).

Historiker verweisen zudem auf die spanische Geschichte. Die Erinnerung den Franquismus habe die Gesellschaft gegen Kräfte der extremen Rechten immunisiert, heißt es - zumindest bislang. Hinzu käme, dass die spanische Rechte durch ihre Verankerung in Katholizismus und Franquismus die Modernisierung verpasst habe, der rechtspopulistische Parteien in anderen Ländern so erfolgreich mache (mehr zur schwachen radikalen Rechten lesen Sie hier mit SZPlus).

Foto: Neofalangisten bei einem Marsch im November 2014

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7. Das sind die beherrschenden Themen

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Bild: AP 24. Juni 2016, 10:172016-06-24 10:17:36 © SZ.de/odg