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Münchner Sicherheitskonferenz:Deutsche Regierung will keine "Roboterwaffen"

Killerroboter Autonome Waffensysteme Münchner Sicherheitskonferenz

Drohnen wie diese amerkanische Predator-Drohne werden aus der Ferne gesteuert. Bald könnten sie aber auch völlig autonom agieren - und töten.

(Foto: AFP)
  • Der deutsche Generalleutnant Ludwig Leinhos hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz dem Einkauf autonomer Waffensysteme eine Absage erteilt.
  • Deutschland wolle sich aber auf eine Verteidigung gegen solche Waffen vorbereiten.
  • 22 Länder haben bereits zugesagt, ein Verbot autonomer Waffen zu unterstützen.

Das deutsche Militär schließt den Kauf von vollautomatischen Waffensystemen, sogenannten "Killerrobotern", aus. Bei einer Veranstaltung zur künstlichen Intelligenz auf der Münchner Sicherheitskonferenz erklärte der deutsche Generalleutnant Ludwig Leinhos: "Wir haben dazu einen eindeutigen Standpunkt. Eine Absicht, autonome Waffensysteme zu kaufen, besteht nicht." Leinhos, der den Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr leitet, verwies allerdings darauf, dass sich Deutschland auf die Verteidigung gegen solche Waffen vorbereiten müsse. Zudem sagte er, er wünsche sich eine tiefere politische und juristische Diskussion zu dem Thema.

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Schwerpunkte sind die Zukunft und Handlungsfähigkeit der Europäischen Union, die Beziehungen zwischen Russland und den USA sowie die zahlreichen Konflikte in Nahost.

Mary Wareham, die die Kampagne "Stoppt Killerroboter" leitet, erzählte den anwesenden Experten, 22 Ländern hätten bereits zugesagt, ein Verbot gegen diese Technologien zu unterstützen.

Roboter könnten Konflikte drastisch verschnellern

Warehame argumentierte weiter, es sei wichtig, eine "menschliche Kontrolle" über Waffen zu behalten. Da sich die Technolgien aber schnell weiterentwickelten, sei mehr Unterstützung nötig. "Diese Technologie verändert das Spiel. Aber wir können etwas dagegen tun."

Anders Fogh Rasmussen, früherer Generalsekretär der NATO, erklärte bei der Veranstaltung, er unterstütze es, die Produktion und den Einsatz solcher Waffen zu verhindern. Seiner Meinung nach würden sie zu mehr Instablität führen. "Die Verwendung von künstlicher Intelligenz und Robotern bei Kämpfen wird die Konflikte dramatisch verschnellern. Bald könnten Schwärme von Robotern statt Soldaten ein land attackieren." Roboter könnte man einfach einsetzten, sie würden nicht müde und ihnen würde es nicht langweilig, ergänzte er. Um sich an diese schnelleren Herausforderungen anzupassen, forderte er von der NATO, ihren langsamen Entscheidungsprozess zu überarbeiten.

Bislang hat kein Staat vollautomatische Waffensysteme eingesetzt. Vor allem die UN sind in den vergangenen Jahren zum Forum für die Debatte geworden. Viele NGOs fordern, die Entwicklung, Produktion, den Handel und den Einsatz autonomer Waffensysteme zu verbieten. Ob es soweit kommt, hängt aber auch von den großen Militärmächten USA und Russland ab.

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